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09/03/10

Aktuell


 

Der boomenden Wirtschaft fehlen Fachkräfte 

Die deutsche Wirtschaft wächst gegenwärtig so stark wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Doch mitten im Boom gehen den Unternehmen die Fachkräfte aus. Laut einer DIHK-Umfrage (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) haben 70 Prozent aller Unternehmen Probleme, ihre offenen Stellen qualifiziert zu besetzen. Die Bundesregierung setzt vor allem auf Aus- und Weiterbildung, um das Fachkräfteproblem zu lösen. Das Ergebnis einer Umfrage der DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) bei 1.600 Unternehmen verheißt nichts Gutes: In den unterschiedlichsten Branchen gibt es einen gravierenden Engpass an Arbeitskräften. Unter anderem bei Akademikern, technischen Fachkräften oder im Handel.

Kategorie: News
Erstellt von: admin

Die deutsche Wirtschaftsleistung ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im zweiten Quartal dieses Jahres um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Das Institut für Wirtschaftsforschung und renommierte Ökonomen erwarten für dieses Jahr sogar ein Wirtschaftswachstum von über 3 Prozent. Grund hierfür seien das boomende Exportgeschäft, die hohe Investionsbereitschaft der Unternehmen und die deutlich gestiegene Kauflust der Privathaushalte.

Die Unternehmen selbst scheinen nicht ganz schuldlos an der Fachkräftemisere zu sein. Bereits vor einem Jahr warnte "die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (Acatech), dass "für den nächsten Aufschwung Unternehmen, vor allem der Mittelstand, schlecht gerüstet sind". Die Absolventenzahlen reichen teilweise nicht einmal, um die Zahl der in Rente gehenden Ingenieure wettmachen zu können. Wenn trotz Rezession nicht in den Nachwuchs investiert werde, so Acatech seinerzeit, werde sich der Mangel an Fachkräften bei einem konjunkturellen Aufschwung umso dramatischer auswirken.

Weil den Unternehmen derzeit zu Tausenden die Ingenieure fehlen, sieht das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) den Aufschwung gefährdet. In deutschen Hochtechnologiefirmen gebe es immer mehr unbesetzte Stellen. Hauptgrund ist der fehlende Nachwuchs. Die Konkurrenz in Frankreich, Belgien oder Teschechien habe da weniger Schwierigkeiten. Die Hochtechnologiefirmen - etwa im Maschinen- und Fahrzeugbau oder in der Chemischen Industrie - sind ein wichtiger Konjunkturmotor, wie das Institut betonte. Ein Drittel der Beschäftigten sind dort Ingenieure und Wissenschaftler. In den kommenen Jahren werde die Zahl der altersbedingten aussteigenden Ingenieure deutlich steigen, sagte Erdmann. Damit verschäfe sich das Problem.

LR 5/2010