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Erholung der Baukonjunktur ab 2011
Die Euroconstruct-Gruppe zusammengeschlossenen Forschungs- und Beratungsinstitute aus 15 west- und 4 mitteleuropäischen Ländern prognostizieren für die Bauwirtschaft in Europa die Überwindung der weltweiten Wirtschaftskrise für Anfang 2011. Jedoch können die Wachstumsraten, wie sie vor der Rezession erzielt wurden, nicht vor 2012 erwartet werden.
Die Euroconstruct-Experten bezeichnen in Ihrer Bilanz 2009 als das "schlimmste Jahr seit mehr als zehn Jahren." Ein dramatischer Nachfrageeinbruch im Hochbau führte zu einer Schrumpfung des europäischen Bauvolumens um 8,4 %. Der Rückgang war in den einzelnen Ländern zwar unterschiedlich stark, mit Ausnahme der Schweiz und Polens schrumpfte die Bautätigkeit jedoch in allen Ländern. Deutschland kam mit einem Minus von 1,2% noch vergleichsweise glimpflich davon. In Spanien (-21,5%) und Irland (-32,2%), wo in der zurückliegenden Boomphase weit über den Bedarf hinaus gebaut wurde, fiel der Einbruch im vergangenen Jahr dramatisch aus.
Verantwortlich für die starken Rückgänge sind in erster Linie die teilweise heftigen Einbrüche im Wohnungsneubau, unter denen der überwiegende Teil der europäischen Länder zu leiden hatte. 2009 brach der Wohnungsneubau in Europa um durchschnittlich 22,5% ein. In Spanien und Irland wird sich das Wohnungsbauvolumen allein in den vier Jahren bis 2012 etwa halbieren. Viele Haushalte haben sich dort, in der Hoffnung auf schnellen Wertzuwachs, mit dem Kauf von Immobilien übernommen. Scheinbar grenzenlose Gewinnaussichten riefen auch Spekulanten auf den Plan, welche die Baunachfrage zusätzlich anheizten - bis die Blase platzte und der Boom ein plötzliches Ende nahm. Während der Wohnungsneubau in den meisten europäischen Ländern noch bis mindestens 2012 auf dem Rückzug sein wird, gehört Deutschland zu den wenigen Ländern, die laut Euroconstruct in den kommenden Jahren mit einer "leichten Belebung" (+4%) rechnen können.
Die Bestandsmaßnahmen, die sich in der Vergangenheit als äußerst krisenresistent erwiesen und in vielen Ländern durch Gebäudesanierungsprogramme auch noch zusätzlich stimuliert wurden, konnten den Abwärtstrend beim Wohnungsbau nicht stoppen. Sie kippten 2009 um rund 3% ins Minus.
Ab 2011 aber soll es auch am Bau wieder aufwärts gehen (+1,6%).
Trotz der Einbrüche infolge der Wirtschaftskrise stellten die 19 europäischen Euroconstruct-Staaten mit einem Volumen von rund 1,4 Mrd. Euro noch immer den größten zusammenhängenden Baumarkt dar.


