Ausgabe 2/2010


03/01/10

IEE Expo 2010 ­ 3. bis 5. Februar 2010 Mumbai


Aufzugsmesse in der Metacity

Die dritte Auflage der International Elevator & Escalator Expo fand wieder im Bombay Exhibition Center in Mumbai statt. 

Leider lagen zum Druckunterlagenschluss noch keine genauen Zahlen über die Anzahl der Besucher vor. Die Ausstellungsfläche ist, laut der Messeorganisatoren, trotz rückläufiger Ausstellerzahlen größer geworden. Der subjektive Eindruck lässt aber auf ähnlich hohe Zahlen der Besucher wie im Jahr 2008 schließen.Wobei besonders bemerkenswert der verhaltene Besucherstrom am ersten Messetag und im Gegensatz dazu das Besucheraufkommen am letzten Messetag mit einer vorbildlichen Disziplin bis zum endgültigen Messeende war.

Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 2/2010
Erstellt von: Editor


Am 3. und 4. Februar fanden wieder gut besuchte Seminare rund um die Aufzugsindustrie auf dem Messegelände statt.

Die Aussteller waren ­ ähnlich wie bei der IEE Expo 2008 ­ etwa zur Hälfte internationale Firmen. Zwar wurden, bis auf wenige Ausnahmen, von keinem Aussteller technische Highlights und Neuigkeiten gezeigt, aber der Bedarf in dieser asiatischen Region richtet sich auch mehr auf die einfachen und kostengünstigen Möglichkeiten aus. Der VFA-Interlift hat wieder gemeinsam mit der AFAG Messegesellschaft einen deutschen Gemeinschaftsstand organisiert, bei dem die Unternehmen Schäfer GmbH, Edunburgh Elevator GmbH, Bucher Hydrauliks AG, Hütter Aufzüge GmbH und der Lift-Report beteiligt waren. Zudem gab es einige deutsche und europäische Firmen die mit Kooperationspartnern auf der Messe gemeinsam ausstellten, wie z. B. die Henning GmbH, LM Liftmaterial und Böhnke und Partner Steuerungssysteme um nur einige zu nennen. Auch der chinesische Aufzugsverband organisierte für seine Mitglieder einen Gemeinschaftsstand, der eine stattliche Anzahl Aussteller stellte.

Der Markt

Gerade beim Besuch der Metropole Mumbai wird der wachsende Bedarf von Wohnraum in diesem Schwellenland klar. Mumbai ist der Kern einer Stadtregion, die rund 20 Millionen Einwohner zählt und damit den Status einer Metastadt, einer ,,Hypercity" erreicht. Hier zeigt sich eine Besiedlung, dem eine Ordnung weitgehend fehlt. Drei klar identifizierbare Bauformen bestimmen das Bild: die Villengebiete der Reichen, die Wohntürme und Apartmenthäuser der Mittelschicht und die Slum-Hütten der Armen, in denen rund 50 % der Bevölkerung leben. Die unterschiedlichen Wohn- und Bauformen sind jedoch nicht klar voneinander getrennt, sondern durchdringen und überlagern sich zu einem unübersichtlichen Muster. Hochhäuer machen nur einen geringen Prozentsatz der Gebäude aus. Da die Bevölkerung aber wächst, und die zur Verfügung stehende bebaubare Landmasse begrenzt ist, ist es unbe-dingt erforderlich, die die Zahl der höheren Gebäude für die Unter-kunft zu steigern. Die dort geforderten Aufzüge werden ohne besondere Pracht-, Pomp- und Geschwindigkeitsansprüche zum reinen Transport benötigt. 

Mumbai hat mit fast 50 % die höchste Slum-Rate Indiens. Der dramatische Wohnungsmangel hat Mumbai auch den Namen Slumbay eingebracht, in Anlehnung an den alten Namen Bombay. 1947 wurde ein Gesetz zur Kontrolle der Mieten verabschiedet. Das zugleich die Rechte der Mieterinnen und Mieter gegen Räumungen stärkte. Das engagierte Gesetz führte jedoch dazu, dass es keine Investitionen in den Wohnungsmarkt für einkommensschwache Schichten gab. Noch dazu investierten Immobilienbesitzer kaum in die Instandhaltung ihrer Objekte. Im Jahr 2003 hatten knapp 60 % der Menschen in Mumbai ausreichend Wohnraum, das heißt nach UN-Definition, nicht mehr als drei Menschen mussten sich einen Raum teilen. Hält man sich dabei vor Augen, dass über 30 % des indischen Steueraufkommens im Großraum Mumbai erwirtschaftet werden.

Die schon jetzt riesige Bevölkerung in Indien sorgt für ein grundlegendes Bedürfnis, Gebäude vertikal auszurichten, was die Nachfrage nach Aufzügen steigert.

Der durchschnittliche Urbanisierungsgrad bei rund 28 %. Im Vergleich: In Deutsch-land hat die Verstädterung 75 % erreicht. Asiens liegt bei 39,8 %. Die städtische Bevölkerung Indiens wächst zurzeit um fast 2,4 % jährlich. Die Zahl der Inderinnen und Inder nimmt zurzeit um 1,55 % jährlich zu. Damit wächst die Bevölkerung Indiens schneller als die chinesische, die um 0,65 % wächst.

Sieht man von dem Bedarf beim Wohnungsbau ab, kommt man zu Hotels und Bürogebäuden der gehobenen Klasse, die mit Aufzügen ausgestattet werden. Kleine Hotels und normale Bürogebäude dahingegen könnten mit Aufzügen ausgestattet werden, wenn diese wirtschaftlich sind. Die zweite Kategorie bietet wiederum zusätzliches Potenzial. Dies ist als ein zusätzliches Geschäft zu den Wohngebäuden zu sehen, muss doch die arbeitende Bevölkerung in Bürogebäuden und auf Reisen (überwiegend Geschäfts- und
gelegentliche Urlaubsreisen) untergebracht werden. Für die zahlreichen Flughäfen, Einkaufszentren, Theater usw. werden ebenfalls Aufzüge und Fahrtreppen benötigt. Die Städte werden immer moderner und anspruchsvoller.

  

 

 

 

2/2010