Ausgabe 2/2010


03/01/10

4. European Lift Congress Heilbronn


19. und 20. Oktober 2010, TAH Heilbronn

Der ,,European Lift Congress Heilbronn" wird am 19. und 20. Oktober 2010 nun bereits zum vierten Mal stattfinden. Die Vorbereitungen sind weitgehend abgeschlossen, so dass nachfolgend über das vorläufige Programm und die wesentlichen Inhalte der Vorträge informiert werden kann. 

 

Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 2/2010
Erstellt von: Editor

Die Technische Akademie Heilbronn sowie die an der Organisation des Kongresses beteiligten Personen freuen sich, den Teilnehmern auch in diesem Jahr ein attraktives Programm mit hochrangigen Referenten präsentieren zu können. Auch dank der ideellen Unterstützung durch die European Lift Association ELA, den beiden deutschen Herstellerverbänden VDMA und VFA sowie dem Verband Sicherheitsbetrachtungen für Aufzüge nach der Technischen Überwachungsvereine VdTÜV verspricht der Kongress wieder ein voller Erfolg zu werden.

Die Begrüßung der Teilnehmer zu Beginn des Kongresses übernehmen wie in den letzten Jahren Prof. Georg Clauss (Geschäftsführer der Technischen Akademie Heilbronn) und Luc Rivet (Generalsekretär der European Lift Association ELA). Die Eröffnung des Kongresses und die Einführung in die Fachthemen erfolgt durch Dr. Gerhard Schiffner ThyssenKrupp Aufzugswerke, Deutschland), der auch in diesem Jahr den Kongress konzeptionell vorbereitet und die fachliche Leitung übernommen hat. Der diesjährige Kongress wird die Themenbereiche Aufzugsvorschriften, Umwelt, Zugänglichkeit, Sicherheit und technische Innovationen behandeln.

Im Themenbereich Aufzugsvorschriften wird Beata Pich von der Europäischen Kommission über neue Entwicklungen bei den Europäischen Richtlinien für Aufzüge informieren. Die Einführung der neuen Maschinenrichtlinie Ende 2009 und deren praktische Auswirkungen auf die Aufzugsbranche sowie insbesondere die bevorstehende Überarbeitung der Aufzugsrichtlinie werden die Schwerpunkte dieses Berichtes sein. Ian Jones von Otis/UK wird als Vorsitzender der WG aus erster Hand über die laufende Überarbeitung der EN 81 Teile 1 und 2 sprechen. Mitte diesen Jahres werden die meisten Änderungsvorschläge in den zuständigen Gremien abgestimmt sein und eventuell auch schon die ersten Entwürfe der neuen Normteile EN 81-20 und EN 81-50 vorliegen.

Im Themenbereich Umwelt werden Prof. Anibal T. de Almeida von der Universität Coimbra/Portugal und Esfandiar Gharibaan von KONE International/Belgien die Ergebnisse des E4-Projekts (Energy Effi ciency of Elevators and Escalators) vorstellen und die möglichen zukünftigen Konsequenzen für produktspezifische Regelungen und deren Auswirkungen auf die Aufzugsbranche erläutern. gen auf die Aufzugsbranche erläutern. Über den zweckmäßigen Einsatz von bedarfsoptimiert gesteuerten Lüftungssystemen zur Reduzierung der Energieverluste durch die Lüftung des Schachtes und des Maschinenraums berichtet Guy Stamet von Haus vun der Energie/Luxemburg. Neben technischen Lösungen geht der Beitrag insbesondere auch auf Fragen der Sicherheit, Gesundheit und Hygiene in energieeffizienten Immobilien ein.

Im Rahmen des Umweltschutzmanagements nach ISO 14 000 müssen Unternehmen auch eine ganzheitliche Betrachtung des Lebenszyklus von Aufzügen durchführen, die alle Phasen von der Materialerzeugung, Materialverarbeitung, Transport, Einbau, Betrieb, Wartung, Modernisierung bis hin zum Ausbau und Entsorgung einbezieht. Herr Peter Betz von PE International/Deutschland wird anhand eines praktischen Beispiels vorführen, wie eine Bewertung der Ökobilanz für Aufzüge durchgeführt wird. Zum Themenbereich Zu-gänglichkeit wird die Frage aufgeworfen, ob das von der Europäischen Union für das Jahr 2010 gesetzte Ziel eines barrierefreien Europas bereits Realität ist. Monika Klenovec (Architektin und Sachverständige für Zugänglichkeitsfragen in Österreich) weist auf die neue UN Konvention für die Rechte von Personen mit Behinderungen hin und geht auf die rechtliche und technische Umsetzung ein.

Im Themenbereich Sicherheit diskutiert Holger Zerelles von ThyssenKrupp Aufzugswerke/Deutschland die Frage, wie sicher Schutzräume sind. Sowohl für permanente wie auch für temporäre Schutzräume gibt es Pros und Contras, die abhängig von der gewählten technischen Ausführung zu unterschiedlichen Sicherheitsniveaus führen können. Luciano Faletto von S.A.L.A Consulting/Italien analysiert Sicherheitsaspekte von Aufzügen, die nach Aufzugsrichtlinie oder nach Maschinenrichtlinie entworfen werden. Auch wenn unter beiden Richtlinien die gleiche Sicherheit gegeben sein sollte, gibt es in der Praxis doch unterschiedliche Interpretationen und Schlussfolgerungen.

Zum Themenbereich Technologie/Innovationen stellt Florian Leutner von Wittur/Österreich neue Sicherheitseinrichtungen gegen unbeabsichtigte Bewegungen des Fahrkorbs in der Haltestelle mit offenen Türen vor, die nach der Änderung A3 zur EN 81-1/2 spätestens ab Mitte 2011 in allen neuen Aufzügen vorhanden sein müssen. Gerhard Thumm von ThyssenKrupp Elevator (CENE)/Deutschland erläutert die Umsetzung fortschrittlicher Technologien in Steuerungssystemen für Aufzüge. Dies führt zu einer neuen Generation von Aufzugssteuerungen, die neue Wege in der Funktio-nalität und Sicherheit eröffnet.

Hervorgerufen durch neue Vorschriften und Technologien sind auch im Bereich der Notrufsysteme in den kommenden Jahren einige Innovationen zu erwarten. Lars Odlen von Safeline Europe/Belgien zeigt auf, wie diese Herausforderungen bei Notrufsystemen umgesetzt werden können. Dr. Christian Studer von Schindler Elevator/Schweiz erklärt ein hoch effi zientes System für Traktionsantriebe, in dem die Leistung zum Bewegen des Gegengewichts auf die Leistung zum Bewegen des Fahrkorbs in Abhängigkeit vom Bela-dungszustand abgestimmt wird. Anhand einer variablen Geschwindigkeitsübertragung kann das Gegengewicht als Energiespeicher verwendet werden.

Wie die Technologie von Aufzügen auf eine höhere Ebene gehoben werden kann, schildert Dr. Paula Bello. Der Ansatz besteht darin, industrielle Entwicklungsmethoden als An-stoß für Innovationen in der Aufzugsindustrie zu verwenden. An Fallbeispielen wird diese Methodik näher erläutert. Takaharu Ueda von Mitsubishi Electric Europe/Niederlande informiert, wie der Nothalt von Aufzügen effi zienter und sicherer durchgeführt werden kann. Die Idee besteht darin, mit Hilfe eines geregelten Bremssystems ein Rutschen der Seile auf der Treibscheibe zu verhindern, was insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten zu einer wesentlich reduzierten Treibfähigkeit führt.

Alle Vorträge werden wie beim letzten Kongress in Englisch gehalten und simultan ins Deutsche übersetzt. Der Kongress richtet sich an Betreiber, Behörden, Hersteller, Planer, Prüforganisationen und alle anderen interessierten Kreise, die mit Aufzügen und den für sie relevanten Vorschriften zu tun haben. Die begleitende Ausstellung ermöglicht es den Teilnehmern, sich in den Pausen über innovative Aufzugskomponenten und -systeme zu informieren. Nicht zuletzt werden die Kontakte und Gespräche in den Pausen und in der Abendveranstaltung helfen, die noch offen gebliebenen Punkte zu klären.

Informationen zum Kongress: www.hs-heilbronn.de/TAH
 

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