Ausgabe 3/2008


05/01/08

World Elevator & Escalator Expo 2008, 22.-25. April, Langfang, China


Aufzugsmesse im Lande des Drachens

In diesem Jahr finden zum ersten Mal die Olympischen Sommerspiele in China statt. Die Hauptstadt Peking, in der ein Großteil der Wettbewerbe stattfindet, ist daher schon in emsiger Vorbereitung. Schon bei der Ankunft am internationalen Flughafen in Peking wird das dem  Besucher deutlich.
Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 3/2008
Erstellt von: Editor

Zu den Olympischen Spielen 2008 wurde ein neues, bedeutend größeres internationales Terminal 3 zusammen mit einer dritten Start- und Landebahn in Betrieb genommen. Damit hat sich die Kapazität des Flughafens von 35 auf 60 Millionen Passagiere pro Jahr fast verdoppelt. Laut zuständigem Architektenbüro Foster + Partners ist es das zur Zeit größte Terminalgebäude der Welt. Das Terminal 3 wurde am 23. November 2007 fertiggestellt und am 29. Februar 2008 eingeweiht. Die Stahl-Glas-Konstruktion stammt vom Star-Architekten Norman Foster und hat eine Grundfläche von 1 300 000 m² (3,25 km lang).

    

Das Terminal 3 hat eine Fläche von 170 Fußballfeldern. Der Flughafen besitzt nun 137 Taxiways und 314 Abstellplätze für Flugzeuge. Die Gepäck-Transportbänder erstrecken sich über eine Gesamtlänge von 68 Kilometern. Das Terminal besitzt über 300 Check-in Schalter. Mittels tausenden Probanden wurde die Abwicklung, Beschilderung etc. vor der Eröffnung getestet.
Ein weiteres herausragendes Bauwerk für die Olympischen Spiele, das Nationalstadion von Peking, steht ebenfalls kurz vor der Vollendung. Entworfen und realisiert wurde es von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron, die bereits die Münchner Allianz-Arena sowie den Basler St. Jakob-Park bauten. In Zusammenarbeit mit China Architecture Design & Research Group, Arupsport und dem zeitgenössischen Künstler Ai Weiwei, gingen sie im Jahr 2002 als Sieger aus einem internationalen Architekturwettbewerb hervor. Das Gebäude ist 330 Meter lang, 220 Meter breit und 69,2 Meter hoch. Die Baukosten betragen rund 3,5 Milliarden Yuan (325 Millionen Euro). Aufgrund seiner Form hat das Stadion bereits den Spitznamen „Vogelnest“ bekommen. Das Stadion besteht aus zwei separaten Teilen, einer Stahlbetonschüssel mit Sitzplätzen für 91 000 Zuschauer und einem riesigen Stahlgeflecht, das die Sitzplätze umrahmt und überdacht. Einige Teilnehmer des deutschen Gemeinschaftsstandes ergriffen die Möglichkeit und besichtigten dieses imposante Gebäude.
    
Dies ist nur ein weiterer Beleg für die Baumaßnahmen, die in den Zentren von China stattfinden.
    
Laut eines Artikels von Ren Tianxiao, dem Präsidenten des Chinesischen Aufzugsverbandes, im Lift-Report 2/2008, wurden im Jahr 2007 insgesamt 216 000 Aufzüge und Fahrtreppen in China produziert, was eine Zuwachsrate von 29 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Aufzugsunternehmen müssen sich um technische Innovation und Kostensenkung bemühen, um die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt zu erhöhen. Im Zuge der Einführung der Energieeinsparungs- und Umweltschutzpolitik durch die chinesische Zentralregierung, bekommen moderne Technologien eine immer höhere Bedeutung.
Die chinesische Regierung fordert eine Angleichung der technischen Standards für Aufzüge an die internationalen Normen.
Deshalb werden der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen der technischen Kommission für Standardisierung der Aufzüge in China (SAN/TC196) und der internationalen Organisation für Standardisierung (ISO/TC178) sowie dem europäischen Komitee für Normung (EN/ TC10) verstärkt. So fand in Langfang auch ein Treffen des ISO CEN Komitees statt.
    
Zum zweiten Mal fand die Messe nun in Langfang statt, einer bezirksfreien Stadt in der chinesischen Provinz Hebei. Das Verwaltungsgebiet von Langfang hat eine Fläche von 6429 km² und ca. 3,91 Millionen Einwohner (Ende 2004). Langfang ist Sitz des Verbandes der chinesischen Aufzugsindustrie.
Die drei Messehallen waren bis auf den letzten Quadratmeter voll belegt und es mussten zwei zusätzliche Leichtbauhallen in Anspruch genommen werden. Insgesamt bot die Messe ca. 35 000 m² Fläche, auf der die ca. 450 Aussteller dem interessierten Publikum ihre Produkte vorstellen konnten.
In Halle B residierten – wie im Vorjahr auch – die international agierenden „Riesen“ der Branche wie Hitachi, Toshiba, Otis Express, Mitsubishi, Kone, Fujitec usw. Leider war hier in diesem Jahr auch der vom VFA interlift und der AFAG organisierte Gemeinschaftsstand untergebracht. Der Lärmpegel, zum Teil unerträglich, und für geschäftliche Verhandlungen unmöglich. Die einzelnen Firmen konnten bis zu 90 Dezibel Lautstärke Showeinlagen, Live-Musik etc. auf ihren Ständen veranstalten.
    
Im angrenzenden Kongresszentrum gab es parallel zur Messe Vortragsveranstaltungen.
Am ersten Messeabend fand ein Galadinner mit über 1000 Teilnehmern in einer Halle in Langfang statt. Der Abend wurde von hochrangigen Vertretern aus Politik, Verbänden und der in- und ausländischen Wirtschaft begleitet. Man konnte nur staunen, wie Organisation und Catering mit einer solch großen Anzahl hungriger Menschen fertig wurde.
Unter der organisatorischen Leitung des VFA konnte auch in diesem Jahr ein deutscher Gemeinschaftsstand teilnehmen. An diesem waren es die Firmen AFAG, Blain, Böhnke & Partner, Lift-Journal, Leistritz und der Lift-Report.
Einige andere deutsche Firmen, die zum Teil in früheren Jahren ebenfalls auf dem Gemeinschaftsstand ausstellten, traten in diesem Jahr alleine oder in Verbindung mit ihren chinesischen Partnern auf. Die Organisation des Gemeinschaftsstandes war – wie immer – sehr gelungen. Es gab ein Busshuttle Service vom Hotel zum Messegelände, der eine problemlose Anreise garantierte.
Dem großen Marktpotential des chinesischen Aufzugsmarktes trugen viele europäische Firmen Rechnung. Der Anteil der internationalen Aussteller war wie schon 2006 sehr hoch.
    
Leider lies die Internationalität der Messeorganisation ein wenig zu wünschen übrig. So fanden sowohl die Eröffnungsveranstaltung als auch die Reden während des Galadinners ausschließlich in chinesischer Sprache statt. Daher ist es derzeit nicht möglich, die Teilnehmer der Eröffnungsveranstaltung zu erwähnen.
    
Für die international agierenden chinesischen Firmen ist es mittlerweile selbstverständlich, englischsprachiges Standpersonal zu haben, daher wäre es wünschenswert, wenn eine so große und bedeutende Messe dem internationalen Publikum diesbezüglich entgegenkommt.
Sicherlich wird die CEA, im Besonderen Zhang Lexiang, der Organisator bei der nächsten Elevator Expo, der Internationalität dieser großen Messe noch mehr Rechnung tragen.
Ebenso überdenkenswert sind die Zutrittsmöglichkeiten zur Messe für branchenfremde Besucher. So gab es eine große Anzahl von Altpapiersammlern, die Zeitschriften oder Prospekte gleich bündelweise mitnehmen wollten. Eine bedauerliche Entwicklung, die bei der Veranstaltung im Jahr 2006 besser gelöst wurde. Es war nicht möglich, seinen Stand auch nur minutenlang „aus den Augen zu lassen“, ohne eine erhebliche Dezimierung des Papiervolumens in Kauf zu nehmen. Die mit Sicherheit sehr hohe Zahl der Besucher sollte unter diesem Aspekt kritisch betrachtet werden.
Alles in allem war es eine hervorragende Veranstaltung und ich möchte den Veranstaltern an dieser Stelle herzlich gratulieren, dass ihr Mut und Einsatz Früchte gezeigt hat. Man kann sich schon jetzt auf die Elevator Expo im Jahr 2010 vorbereiten.
3/2008