Ausgabe 1/2008
01/01/08
Glas-Aufzugstüren und -Portale - Ästhetische Lösungen mit besonderen Anforderungen
Werner Beck / Thomas E. Lernet
Ein Großteil der Aufzugsanlagen in modernen , repräsentativen Neubauten wird heute als transparenter Glasaufzug ausgeführt. Die Passagiere im Lift fühlen sich frei und genießen den wechselnden Ausblick beim Gleiten durch die Gebäudeetagen. Auch bei nachträglichem Einbau im Bestand werden zunehmend Glasaufzüge bevorzugt. Gerade bei Altbauten ist die Kombination von klassischer Baukunst und transparent gemachter Aufzugstechnik besonders reizvoll. Der Aufzug wird zum prägenden Element der Architektur. Elegante Glasaufzugstüren und -portale tragen wesentlich dazu bei.
Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 1/2008
Erstellt von: Editor
Der Glastüren-Spezialist
Mit rund 4000 produzierten und ausgelieferten Glasaufzugstüren pro Jahr ist die Münchener Meiller Aufzugtüren GmbH einer der größten und erfahrensten Anbieter von Glastüren und -portalen auf dem deutschen Markt. Mit steigender Tendenz auch in anderen europäischen Ländern sowie in Osteuropa bis hin zur Türkei.

Für die Entwicklung von Glastür-Innovationen scheut Meiller keinen Aufwand. Wenn neue Lösungen für Glasanwendungen auf den Markt kommen, stammen sie zumeist von Meiller. Bestechende Designs, teils mit raffinierten Lichteffekten, sowie besondere Belastbarkeit sind das Ergebnis großer Kreativität und aufwändiger Testläufe. Auf der BAU 2007 wurde das filigrane, automatische Glasaufzugstürensystem OPTILIGHT® mit einem Innovationspreis für Architektur und Bauwesen ausgezeichnet. Und extrem robuste und trotzdem elegante Meiller-Türen haben sich europaweit in zahlreichen Bahnhöfen bewährt. Zu Recht gilt das Unternehmen in der Sparte Aufzugstüren als der Glasspezialist.
Besondere Anforderungen an Glastüren
Aufzugstüren sind die mit am stärksten beanspruchten Komponenten des Aufzugs. Dies trifft insbesondere auf Glastüren zu. Sie wirken durch ihre Transparenz besonders leicht, haben tatsächlich aber ein deutlich höheres Gewicht (vom ca. doppelten bis – je nach Ausführung – zum vierfachen Türblattgewicht) als Stahlblechtüren. Dies bringt entsprechende Anforderungen an die weiteren Komponenten der Tür mit sich, vor allem an den Kämpfer, die Laufrollen, Antriebe und Mitnehmer. Besonders robust müssen vandalensichere Schachtschiebetüren beschaffen sein, um die strengen Anforderungen des Eisenbahnbundesamtes (EBA) zu erfüllen. Zunehmend bietet Meiller auch feuerbeständige Glastüren an, die den Anforderungen nach DIN EN 81-58 E 120 entsprechen.

Qualität zeigt sich im Detail
Bei hochwertigen Glastüren stellt Meiller spezielle Qualitätsanforderungen an die Türblätter. Die schnelle und einfache Montage ist bei konstruktiven Lösungen, bei denen ein Verstiften zwischen Türblatt und Hänger vorgeschrieben wird, in den seltensten Fällen gegeben. Eine stufenlose Höhen- und Tiefenverstellung der Türblätter ist bei vielen Ausführungen bereits möglich aber nicht selbstverständlich. Untere Führungen über die gesamte Türblattbreite verringern das seitliche Türblattspiel erheblich und bieten je nach konstruktiver Gestaltung zusätzlich die Möglichkeit, die Absturzsicherheit deutlich zu erhöhen und Rückhaltesysteme, wie nach EN 81 – 71 für die Kategorien 1 und 2 gefordert, zu integrieren.

Um Wartungskosten zu senken, sollte der Austausch der unteren Führung schnell und einfach ohne Ausbau des Türblatts möglich sein. Zur Reduzierung von Türlaufgeräuschen können spezielle Gleitwerkstoffe oder technische Hochleistungsfilze eingesetzt werden.
Um das Verletzungsrisiko bei Glastürblättern zu reduzieren, sollte auf eine Flächenbündigkeit zwischen Blech- und Glasoberfläche geachtet werden. Dies wird bei Rahmenglastürblättern zwar häufig berücksichtigt, aber bei oben und unten gefassten Glastürblättern aus technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten vernachlässigt. Um die Flächenbündigkeit zu erreichen, muss der vorgespannte Glasscheibenverbund aus ESG Scheiben auf der Benutzerseite um die Blechstärke des Schließkantenschutzes eingefräst oder eingeschliffen werden.


Diese Technologie ist mit hohen Ausschussraten verbunden und kann bei eingebauten Türblättern nachträglich nicht ausgeführt werden – der Schließkantenschutz wird deshalb in den meisten Fällen nur aufgesteckt.
Ähnlich verhält es sich bei Ganzglastürblättern aus mehreren einzelnen ESGScheiben. Um eine glatte und stufenlose Schließkante zwischen den einzelnen Glasscheiben zu erreichen, muss der Glasscheibenverbund nachträglich verschliffen und poliert werden.
Hier sollten bereits im Vorfeld mit dem Hersteller entsprechende Vereinbarungen getroffen werden, da diese optisch sehr ansprechende Ausführung zusätzlich Kosten verursacht aber in keiner Norm oder Richtlinie gefordert wird. Zur Verringerung der Einlaufspalte werden vor allem bei teleskopierenden Türen mit Ganzglastürblättern häufig billige Plexiglasstäbe gegenüber Glasstäben bevorzugt. Eine entsprechende Herstellerbestätigung über UVBeständigkeit und langzeitige Resistenz gegenüber Reinigungsmitteln kann bei späteren Reklamationen hohe Kosten und viel Ärger ersparen.

Die Türblätter einer Aufzugstür sind im bestimmungsgemäßen Betrieb die bewegten Bauteile, welche direkt mit dem Benutzer in Berührung kommen. Damit die vorgeschriebene statische Festigkeit und Absturzsicherheit erreicht wird, müssen je nach Design, ob Blech-, Rahmen-, oder Ganzglastürblatt, eine Reihe von Normen eingehalten werden. Ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheitsprüfungen ist auch die Durchführung von Pendelschlagversuchen, die die Schwachstellen einer Tür sehr schnell offenbaren.
Hier übertreffen die internen Anforderungen sogar die EN-Vorschrift: So erfolgt der Test auch bei Größen, die durch die Norm aufgrund des Glasaufbaus ausgenommen sind.

Grenzenlose Gestaltungsmöglichkeiten
Die Gestaltungs- und Ausführungsmöglichkeiten moderner Glastürsysteme sind äußerst vielfältig:
Glastürblätter, allseitig gerahmt oder rahmenlos mit Punkthalterungen und eingefrästem Schließkantenschutz werden in diversen Glasarten produziert. Durch Ätzen oder Strahlen, mit Folien oder Siebdruck sind zahlreiche Effekte realisierbar.

PRIVALITE® steht für ein Verbundsicherheitsglas mit integrierten Flüssigkeitskristallen, die in Sekundenbruchteilen milchiges Glas in transparentes verwandeln und umgekehrt.
Neu im Angebot sind Glastüren mit Spiegeleffekt. Solange sich die Glasscheibe vor einem dunklen Hintergrund befindet erscheint diese als Spiegel, wechselt die Farbe in einen helleren Ton wird die Scheibe transparent. Dadurch ist es nicht mehr notwendig bei Modernisierungen alte Schächte kostspielig zu sanieren, ein schwarzer Anstrich ist ausreichend. Wenn sich kein Fahrkorb hinter den Schachttüren befindet, ist der Spiegeleffekt gegeben und der Blick in den Schacht versperrt. Die Transparenz ist erst dann gegeben sobald der beleuchtete Fahrkorb dahinter steht oder vorbei fährt. Die am Fahrkorb angebaute Tür funktioniert nach dem gleichen Prinzip und wirkt durch das von den Etagen einfallende Licht nur im Bereich der Schachttüren transparent.
Das prämierte Produkt OPTILIGHT®, eine mit Lichtquellen kombinierte transparente Scheibenanordnung für Elemente von Türen, Fenstern oder Wänden, bietet faszinierende Möglichkeiten für individuelle Gestaltungen von Gläsern oder transparenten Kunststoffen mit Licht. OPTILIGHT ® ist ein technisch ausgefeiltes System aus Lichtquellen und strukturierten Lichtablenkzonen, das im Glasverbund von Aufzugstüren integriert ist. Teils durch Laserbestrahlung oder durch Veränderungen der Materialstruktur wie z. B. Ätzungen oder Gravuren im Scheibenmaterial wird das Licht gebrochen, gelenkt oder reflektiert. Dadurch bieten sich Architekten und Designern zahllose Möglichkeiten zur kreativen Gestaltung von Schacht- und Kabinen-Aufzugstüren mit Lichteffekten: So dienen z. B. Logos, Piktogramme, geometrische (Zier-) Elemente, Zahlen und Buchstaben oder kapazitive Elemente im Türblatt der Orientierung der Liftpassagiere oder setzen Signale.

Die Fahrt mit dem gläsernen Lift beginnt mit dem Durchschreiten des gläsernen Portals. Für das Entree von Glasaufzügen bietet das Unternehmen eine Fülle höchst ästhetischer Lösungen – elegante, filigrane Kombinationen aus unterschiedlich bearbeitetem Glas und anderen hochwertigen Werkstoffen. Bewegt werden diese Glastüren von den bewährten und sicheren Türantrieben. Hier trifft anspruchsvolles Design auf störungsfreie, zuverlässige Technik. So wird den Ansprüchen von Architekten, Aufzugsplanern und Betreibern gleichermaßen Rechnung getragen.

Glasaufzugstüren und Architektur – umfassende Infos vom Spezialisten
Die zunehmend praktizierte „Integrale Planung“ mit höheren Anforderungen an die Gebäudetechnik bindet Architekten und Planer stärker in die Auswahl und Bewertung von Aufzugsanlagen und deren Komponenten ein. Um dieser Zielgruppe alle Anwendungsmöglichkeiten von Aufzugsglastüren – als Gestaltungsoder als funktionelles Element bis hin zur Problemlösung – aufzuzeigen, informiert Meiller als Glastürspezialist verstärkt in architekturrelevanten Medien und auf Messen.

Der Vertrieb beantwortet kompetent alle Fragen zu Glasaufzugstüren. Für die Planung mit Glastüren in Standardkonfigurationen ist ohnehin schon lange der parametrisierte AufzugstürenkataIog als perfekte Planungssoftware verfügbar.

Der Anteil von Glastüren in Aufzugsanlagen nimmt stetig zu – entsprechend der generellen Tendenz zum Einsatz von Glas in der zeitgemäßen Architektur. Das Unternehmen Meiller trägt diesem Trend Rechnung mit konsequenter Entwicklung innovativer Lösungen, bei denen Ästhetik und Funktion perfekt harmonieren.
1/2008


