Ausgabe 1/2008


01/01/08

HJK: 75 Jahre Familientradition


Wenn zur 75-jährigen Jubiläumsfeier die zahlreichen Gäste von einer Tochter (Frau Helga Kirschbaum) und einer Enkelin (Frau Ursula Neumann) eines der Firmengründer begrüßt werden, so zeigt das schon die ausgeprägte Besonderheit dieses erfolgreichen mittelständischen Unternehmens. Gregor Alda, einer der Geschäftsführer der Hans & Jos. Kronenberg GmbH, bestätigt diesen Tatbestand wenn er sagt: „Die Geschichte der Firma setzt sich nicht zusammen aus Produkten und Zahlen, sie ist die Geschichte der Menschen, die diese Firma mit ihrer Arbeit getragen haben.” Das beginnt mit den Gründern Hans und Josef Kronenberg, setzt sich fort über die Kinder, Gesellschafterinnen und Mitarbeiter bis hin zu den heutigen Geschäftsführern Gregor Alda und Volker Wiersch. Zu diesen Menschen gehören aber auch Kunden und Lieferanten, die den Weg des Unternehmens lange begleitet haben.

Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 1/2008
Erstellt von: Editor

Dieser langjährige erfolgreiche Weg wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht immer wieder durch ständige Innovationen der Produktpalette in den Bereichen Türverschlüsse, Schalter und Tableaus den neuesten Anforderungen des Marktes angepasst worden wären. Mit dem steten Anspruch, Qualität und Fortschritt miteinander zu verbinden, ist Kronenberg heute ein gefragter Partner der internationalen Aufzugsindustrie. Etwa 80 Mitarbeiter fertigen heute über 1 000 verschiedene Produkte und die dabei angestrebte hohe Fertigungstiefe gewährleistet eine starke Berücksichtigung ausgesprochen spezieller Kundenwünsche. Als die Firma am 15. November 1932 in Köln gegründet wurde, war es wirtschaftlich gesehen eine schwere und aus politischer Sicht eine stark belastete Zeit. Es gehörten schon Mut und Zielstrebigkeit dazu, den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit zu wagen. Hans und Josef Kronenberg hatten diesen Mut und meldeten ein Gewerbe zur Herstellung und zum Verkauf elektrischer Schaltungen an. Mit den Endschaltern HJK-1, HJK-2 und dem patentrechtlich geschützten Türkontakt PZ 1-3 legten sie den Grundstein für eine erfolgreiche Firmenentwicklung. Dabei bedeutete das gewählte Markenzeichen HJK im Kölner Raum auch „Hätt jod Kontakte“.

    

Eine der Grundlagen für den Erfolg des Unternehmens waren auch die guten Kontakte innerhalb der Familie. Sie wurde von Beginn an mit einbezogen in das Unternehmen und ihre Identifizierung war eine gute Motivation für die Mitarbeiter. So deckt sich die Firmenchronik stark mit der Familienchronik der Familien Kronenberg.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde aus den Trümmern heraus wieder angefangen. Ende der 40er-Jahre wurde das Produktionsprogramm erweitert und es wurden Schachtschalter hergestellt. Dazu kamen ein paar Jahre später Druckknopf- und Leuchtanzeigetafeln. Es wurden Türverschlüsse mit Fehlschließsicherung entwickelt und patentiert, aber am Markt setzten sie sich erst später durch. Mit dem Umzug nach Bensberg 1957 hatte man mehr Platz und ging daher von der Einzelfertigung in die Serienfertigung über.
Als im Februar 1971 die beiden Gründer Hans und Josef Kronenberg hintereinander versterben, beschlossen die Kinder Helga Kirschbaum, Hilde Neumann, Marianne Wild und Engelbert Kronenberg, die alle im Unternehmen tätig sind, die Fortführung des Unternehmens. Unter der Leitung von Engelbert Kronenberg als Geschäftsführer begann die Expansion ins europäische Ausland.
Nach seinem Tod 1979 wurden unter der Geschäftsführung von Alfred Köller weitere Produkte aus dem Bereich der Sicherheitsschalter erfolgreich in den Markt eingeführt. 1986 entschlossen sich die Gesellschafter zum Neubau des jetzigen Firmensitzes. Als Alfred Köller 1988 altersbedingt aus dem Unternehmen ausschied, war wieder einmal die Familie gefragt. Die Tochter von Josef Kronenberg, Marianne Wild, übernahm die Leitung des Unternehmens. In der Folge wurde die Entwicklung von Bedientableaus mehr in den Fokus des Unternehmens gestellt, das Tastenprogramm wurde ausgebaut und es wurden Punktmatrixanzeigen sowie LED-Leuchtfelder ins Programm aufgenommen.
Ende des letzten Jahrhunderts wurde das Geschäft immer internationaler und der Exportanteil liegt heute weit über 50 %. Dafür wird ein weltweites Händlernetz aufgebaut mit dem eine qualifizierte Kundenbetreuung vor Ort gewährleistet ist. Im Rahmen dieser Entwicklung erfolgte auch die Umstellung vom inhabergeführten, traditionellen Familienbetrieb zum innovativen Industriebetrieb mit zwei Geschäftsführern.
Seit dem Jahr 2000 wird das Unternehmen erfolgreich und zielgerichtet von den zwei Geschäftsführern Gregor Alda für den kaufmännischen und Volker Wiersch für den technischen Bereich geführt. Auch unter diesem Team wird die Entwicklung von neuen Produkten stark vorangetrieben. Zurzeit sind behindertengerechte Bedienelemente, Geräte zum Schutz vor Vandalismus und Komponenten zur Erhöhung der Sicherheit von Aufzugsmonteuren Schwerpunkte der Entwicklungstätigkeit.
Bis heute wird an dem scheinbar widersprüchlichen Motto „Tradition” und „Fortschritt” festgehalten und damit den Grundsätzen aus der Gründerzeit treu geblieben. Dabei ist das Ziel der Arbeit immer, praxisorientiert und kundennah zu sein. Zuverlässigkeit und guter Service sind keine leeren Versprechungen, sondern müssen weltweit täglich neu eingelöst werden.
Dass das Unternehmen auch heute gute Kontakte hat, ist durch die Tatsache bewiesen, dass über 200 Gäste der Einladung zum 75-jährigen Jubiläum am 15. November 2007 gefolgt sind. In lockerer Atmosphäre versammelte man sich im hausfarbengeschmückten Festzelt. In kleinen Gruppen konnte unter fachkundiger Führung der Betrieb besichtigt werden. Der Oberbürgermeister Klaus Orth wusste durchaus die wechselvolle Geschichte und die Bedeutung von Kronenberg für die Region zu schätzen. Es waren und sind immer sichere Arbeitsplätze, weil durch die innere Innovationsbereitschaft stets das Neue gewollt und in Produkte umgesetzt wurde. Die Familienverbundenheit kam durch die Anwesenheit von vier Generationen zum Ausdruck.
Einen Tag später am 16. November fand eine Feier mit allen Mitarbeitern und deren Familien statt. Geschäftsführung und Betriebsrat ehrten bei dieser Gelegenheit mit einer Urkunde alle Mitarbeiter/innen und Rentner/innen, die mehr als 25 Jahre Betriebszugehörigkeit aufweisen konnten.
An beiden Tagen war unschwer zu erkennen, dass hier nicht nur eine traditionsreiche Unternehmerfamilie Einsatz leistet, sondern auch eine Gemeinschaft von Mitarbeitern zielgerichtet hinter den Produkten steht, die von den Kunden am Markt gut angenommen werden. Kronenberg steht für Tradition, Zuverlässigkeit und Qualität und das wird auch in Zukunft so bleiben.
Dr. Peter Lauer
1/2008