Ausgabe 6/2007
11/01/07
Interlift 07 – top noch getoppt!

Die internationale Leitmesse der Aufzugsbranche glänzt mit Rekorddaten. Nachdem die Zahl der Aussteller und die belegte Fläche schon Bestmarken erreicht hatten, konnte auch bei den Besucherzahlen noch zugelegt werden. Die schon in der Eröffnungsansprache von Heiko Könicke, Geschäftsführer der AFAG Messen und Ausstellungen GmbH, angedeuteten Erwartungen (18 000 Besucher) wurden noch übertroffen, denn mit 18 500 Gästen aus 60 Ländern wurde ein neuer Rekord erreicht. Das ist der schönste Lohn für das erfolgreiche Team der AFAG, welches diese Messe lange, intensiv und mit großem Einsatz auch im Ausland vorbereitet hat.
Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 6/2007
Erstellt von: Editor
Auch der Trägerverband VFA-Interlift weiß sich auf dem richtigen Weg und sein Präsident Achim Hütter sagt offen: „Ich bin beeindruckt von der sagenhaften Atmosphäre auf der interlift 07. Die Stimmung bei den Ausstellern und Besuchern ist einfach sensationell. Das hat natürlich auch mit der positiven konjunkturellen Situation zu tun, die auch noch einige Zeit anhalten dürfte. Dennoch ist es für mich erstaunlich, dass selbst nach acht erfolgreichen Veranstaltungen kein bisschen Routine aufkommt, sondern alle Beteiligten immer wieder mit großer Euphorie für die Weiterentwicklung der interlift sorgen.”

Die Aufzugsbranche – auch weltweit gesehen – ist eine große Familie und da ist es kein Wunder, dass jeder Messebeteiligte den familiären Charakter dieses Ereignisses spürt. Sei es, dass man auf dem Rundgang viele alte Bekannte trifft – auch wenn sie längst im Ruhestand sind – oder auf den Ständen vertraute Gesichter sieht oder schon Verabredungen für Mumbai, Indien, bzw. Langfang, China , vereinbart. Die internationale Familie trifft sich eben überall!
Vom 16. – 19. Oktober 2007 hat sie sich in Augsburg getroffen und viel bewegt. Im Veranstaltungskalender der Messegesellschaft ist sie das Ereignis, welches der Region am meisten bringt. Die sogenannte Umwegrentabilität (= alle ausgelösten Umsätze) bringt über 30 Millionen Euro in die Kassen von Gastronomie, Hotels und anderen mit der Messe befassten Unternehmen. Also: Ein nicht zu verachtender Wirtschaftsfaktor.
Dieser Tatsache entsprechend hat Oberbürgermeister Dr. Peter Wengert in seiner Ansprache auf der Eröffnungsfeier ein großes Versprechen in die Runde geworfen. Beginnend mit einem Zitat von Marie Ebner-Eschenbach „Glaube vesetzt Berge, auch der Glaube an die eigene Kraft” hat er sicher nicht nur auf den Hauptvortrag von Reinhold Messner „Berge versetzen” hinweisen wollen, sondern dieses Zitat sicherlich auch als Grundlage für sein Versprechen gesehen: „Die nächste interlift 2009 wird in der neuen multifunktionalen Messehalle eröffnet.” Das Auditorium vernahm es mit Genugtuung. VFAInterlift Präsident Achim Hütter meinte, diese Zusicherung wolle er schriftlich haben , denn für 2009 werde eine weitere starke Nachfrage erwartet nach erstens mehr Hallenraum und zweitens höherer Qualität der Hallen. Messechef Heiko Könicke sagte nur erleichtert: „Darauf haben wir gewartet” und Projektleiter Joachim Kalsdorf wäre für eine „verbindliche Zusage” bis zum Sommer 2008 dankbar, denn die vorbereitenden Arbeiten für 2009 laufen bereits an. Nun gilt es für den Oberbürgermeister also Fakten zu schaffen und das scheint nicht einfach, denn noch scheint die Finanzierung nicht gesichert. Aber wie war noch das Zitat , ach ja: Glaube versetzt Berge!

Diese These wurde nachhaltig von Reinhold Messner in seinem Referat „Berge vesetzen” unterstützt. Immer neue Herausforderungen suchend und durch Niederlagen und Scheitern von Unternehmungen lernend hat er oft erst in zweiten und dritten Versuchen gesetzte Ziele erreicht. Mit vollster Konzentration auf wirklich nur ein Ziel lässt sich fast alles schaffen, wenn man wirklich will. Dieses von Messner fürs Felsklettern und das Bezwingen der höchsten Berge der Welt fast im Alleingang ohne Sauerstoff und viel Material auserkorene zielstrebige Vorgehen läßt sich eigentlich auf viele Bereiche des Lebens übertragen und jeder könnte damit Erfolg haben. Wünschen wir also dem Bau einer neuen modernen Messehalle oberste Priorität, damit für die interlift 2009 die notwendigen Voraussetzungen gegeben sind. Technisch dürfte es kein Problem sein, die neue Halle bis dahin fertigzustellen.

Den familiären Charakter auf der Eröffnungsveranstaltung zeigte die Ehrung von Obering. Dipl.-Ing. Werner A. Boehm, dem Geschäftsführer des VFA-Interlift. Gemeinsam skizzierten Achim Hütter, Heiko Könicke und Joachim Kalsdorf den intensiven und wertvollen Einsatz Boehms, der besonders in den Gremien in Brüssel den Verband sehr aktiv vertreten, die Interessen wahrgenommen und in Ausschüssen eingebracht hat. Für den „effektivsten Verband der Welt” habe er mit preußischen Tugenden, schwäbischem Fleiß und schweizer Beharrlichkeit viel erreicht.
Auf dem sich der Eröffnungszeremonie anschließenden Rundgang merkte man schon dass es ”boomt”. Viele Besucher drängten sich vom ersten Moment an durch die Messehallen und ließen sich gern von fachkompetentem Standpersonal in interessante Gespräche verwickeln. Dabei schwirrte ein Sprachengemisch durch die Hallen, das sich hören lassen konnte. Aber das war natürlich auch kein Wunder, wenn zwei von drei Ausstellern aus dem Ausland und mehr als 50 % der Besucher nicht aus Deutschland kamen. Normalerweise liegt der Durchschnittswert des Auslandsbesuchsanteils bei internationalen Fachmessen bei 25 %. Also hat sich die Internationalität der interlift weiter gesteigert. Wer Anschluss an den Weltmarkt halten will, muss in Augsburg dabei sein. Das haben vor allem die Chinesen wahr gemacht, denn sie haben bei den Ausstellern den stärksten Zuwachs und liegen nach Deutschland und Italien an dritter Stelle (52 Aussteller). Die hohe Steigerung bei den Besucherzahlen ergab sich während der zweiten Hälfte der Messe . An den beiden ersten Tagen waren die Zahlen ähnlich wie 2005.

Die gute Stimmung und der Erfolg der Messe werden bestätigt von der durch geführten Besucherbefragung. 500 Befragungen von einer Spezialagentur an unter schiedlichen Messetagen geben dem Ergebnis die nötige Sicherheit. Obwohl die interlift eigentlich keine „Ordermesse” ist, haben 10 % der Besucher Abschlüsse getätigt. Nur 4 % wollten ursprünglich Abschlüsse fest buchen. Aber wenn der Anteil der an Entscheidungen beteiligten Besucher 82 % beträgt, ist dieser erfreuliche Tatbestand sicherlich verständlich. Immerhin sehen 89 % der Besucher die interlift als führende Veranstaltung der Branche an und 86 % bewerten sie im Gesamturteil mit sehr gut bis gut. Interessant ist auch die Tatsache, dass 73 % der Besucher nur noch die interlift für ihren Informationsbedarf nutzen. Daraus resultiert auch die hohe Zahl der Besucher (37 %), die schnell nach der Messe ihre Investitionsentscheidungen treffen, worauf natürlich die Aussteller fürs Nachmessegeschäft sehr hoffen (68 %). Wenn als durchschnittliche Verweildauer auf der Messe 1,7 Tage herauskommen, zeigt das, dass immer eine Übernachtung dabei ist und so auch das Hotel- und Gaststättengewerbe zu seinem Messegeschäft kommt.
Aber nicht nur die Besucherbefragung, sondern auch die Beurteilungen der Aussteller und Verbände spiegeln viel Positives wider. Besonders interessant sind die Aussagen von Hanan Wang, dem Kontaktmann zur chinesischen Delegation. In China sieht man die interlift als Plattform für weltweites Auftreten an, also muss man dabei sein. Hier treffen die chinesischen Hersteller internationale Partner und können ihr Geschäft entsprechend ausweiten. Teilweise sind die Firmen schon zum zweiten und dritten, einige schon zum fünften Male dabei. Sie wollen hier neue Trends setzen. Teilweise werden sie in zwei Jahren nicht mehr auf dem chinesischen Gemeinschaftsstand sein, sondern wollen mit eigenem Stand irgendwo neben anderen Nationen vertreten ihre Produkte ausstellen. Mit Sicherheit wird die chinesische Delegation in zwei Jahren noch stärker sein, denn alle Aussteller beurteilen den Messeerfolg positiv und werden wiederkommen.

Der Projektleiter der AFAG für die interlift, Joachim Kalsdorf, sieht natürlich die positiven Zahlen und Beurteilungen sehr gern, aber für die Zukunft lehnt er sich nicht beruhigt zurück, sondern sucht und verfolgt aktiv neue Ideen, denn Stillstand ist Rückschritt. Mit Sicherheit wird es in zwei Jahren einen indischen Gemeinschaftsstand geben und andere Länder haben schon jetzt mehr Raumbedarf angemeldet. Für Joachim Kalsdorf ist „Nach der Messe vor der Messe” und daher wird er umgehend mit den Planungen für die nächste beginnen. „In seiner Blutbahn kreist nämlich der Messevirus”, so sein Chef über ihn.
Social Events
Natürlich bleibt eine Fachmesse in erster Linie eine Präsentation des Angebots durch Aufstellung von Prototypen auf dem jeweiligen Stand. Der interessierte Fachbesucher will das Gespräch auf dem Stand mit dem kompetenten Fachmann, will das Muster sehen, anfassen und ausprobieren und will mit Prospektmaterial ausgestattet die sichere Entscheidung schnell treffen. Das ist deutsche Mentalität. Je internationaler die Messe aber wird, umso mehr müssen wir uns in Deutschland internationalen Gepflogenheiten anpassen und in anderen Ländern, Erdteilen ist nicht so sehr die Order das Wesentliche einer Messe, sondern der Kontakt. Kontakte und Gespräche aber sind nicht nur auf dem Stand möglich, sondern immer und überall während der Messe und am Abend. So kommt es, dass „social events” immer mehr angenommen und zur Intensivierung von Kontakten genutzt werden. Die interlift bietet eine Vielzahl solcher Veranstaltungen und sie werden gut genutzt.
Gestartet wird traditionell mit der Zusammenkunft der internationalen Fachpresse am Vorabend der Messe, nachdem alle ihren Aufbaustress hinter sich haben. Der VFA-Interlift, die AFAG und der Lift- Report hatten eingeladen in ein kleines Restaurant in der Altstadt. Die Presse ist immer neugierig und hat sich immer etwas zu erzählen, daher feierten etwa 40 Gäste ein herzliches Wiedersehen. Selten sonst an den Messetagen haben wir soviel Zeit für uns und daher möchten wir diese Veranstaltung nicht missen.
Der Ausstellerabend am ersten Messetag zog 500 Teilnehmer in die festlich hergerichtete Halle 8. Das „Round up 2007” war wie immer Tummelplatz der Messeteilnehmer. Aussteller, Mitarbeiter und Kunden nutzten diese Plattform für interessante Gespräche. Die internationale Küche führte in die ganze Welt. Spezialitäten aus Bayern, Italien, Spanien, USA und China konnten genossen werden. Man spürte überall Entspannung und lockere Stimmung, denn schon der erste Messetag war fast überall gut gelaufen. Die hohe Teilnehmerzahl auch ausländischer Delegationen, der internationalen Verbände und Fachzeitschriften war ein eindeutiger Beweis für die Notwendigkeit und Beliebtheit dieser messenahen Veranstaltung.
Am Mittwochvormittag fand auf dem VFA-Stand bzw. im Forum die Verabschiedung des Geschäftsführers Obering. Dipl.-Ing. Werner A. Boehm statt. Achim Hütter als Vorsitzender des VFA würdigtedie Aktivitäten und den überaus hohen Einsatz von Werner Boehm und sprach offen aus, dass das heutige Ansehen des Verbandes und auch die in letzter Zeit stark gestiegene Mitgliederzahl ein wesentlicher Verdienst von Werner Boehm seien. Besonders herzlich fiel der Dank von Joachim Kalsdorf, dem Projektleiter der AFAG für die interlift aus. Große Branchenkenntnis und seine Tätigkeit als Messebeiratsvorsitzender über viele Jahre haben Werner Boehm für die Messe unverzichtbar und für Joachim Kalsdorf zum väterlichen Berater werden lassen. Sichtlich gerührt gab Werner Boehm Komplimente und Dank zurück und verwies nachdrücklich auf die hervorragende Zusammenarbeit und Beteiligung aller, ohne welche Vieles nicht möglich gewesen wäre.

Schon traditionell ist die Einladung der IHK Leipzig am Mittwochabend auf ihren Gemeinschaftsstand zum Sachsenabend. Auch hier gab es eigentlich nur positive Bewertungen und Urteile und der gute Trend fand seine Fortsetzung.
Mehr als sonst üblich, wurde an diesem Abend zum Messeschluss auf Standpartyseingeladen. Sicherlich spricht auch das für die gute Stimmung auf der Messe bei einem positiven Konjunkturverlauf im Hintergrund.
Am Donnerstagmittag traf man sich bei „Bier, Wurst und Normung” auf dem VDMA -Stand in Halle 6. Der Vorsitzende der Fachgruppe Aufzüge und Fahrtreppen im VDMA, Albert Schenk, begrüßte die zahlreichen Gäste und wies kurz auf die Aktivitäten der Fachgruppe hin. Neben der Arbeit im Bereich Normen machte er auf die Netzwerte aufmerksam (reponale Aufzugstreffen, Juniorenkreis). Daneben ist die Fachgruppe in vielen Gremien tätig auch auf europäischer Ebene, aber das ist ja auch der ureigenste Zweck eines Verbandes: Aktivitäten zum Nutzen der Mitglieder. Diese Standparty auf der interlift wird sicher eine traditionelle Einrichtung werden.
Premiere hatte am Donnerstagabend die „China Night” in Halle 8. Gut 400 Gäste waren der Einladung der CEA China Elevator Association gefolgt. Alle Offiziellen der Chinesischen Aufzugsindustrie waren vor Ort. Zhang Lexian, Generalsekretär der CEA, zeichnete in seinen Worten ein positives Bild im Namen der zahlreichen chinesischen Beteiligungen. Begrüßt wurden die Gäste auch vom Parteisekretär und vom Bürgermeister von Langfang, der ganz persönlich zur World Elevator & Escalator Expo (22.–25. April 2008) nach Langfang einlud.

Ein gemischtes chinesisch-bayerisches Buffet verwöhnte die Besucher. In den Bereich der chinesischen Folklore wurden wir geführt durch eine volkstümliche Tanz- und Gesangsgruppe. Diese Veranstaltung war eindeutig eine Bereicherung der social events auf der Messe.

Fazit
Die allseits guten Beurteilungen und Bewertungen der Messe sind eine gute Voraussetzung, optimistisch nach vorn zu schauen auf die nächste interlift vom 13.– 16. Oktober 2009. Mit Sicherheit wird es eine weitere Vergrößerung geben, denn mehr Platzbedarf wird jetzt schon von der chinesischen Delegation angefordert und mit einer Teilnahme aus Indien ist zu rechnen. Mit den nationalen Aufzugsmessen in Mumbai (Indien) im Februar 2008 und in Langfang (China) im April 2008 sowie der NAEC Convention in Dallas USA, im September 2008 wird mit Gemeinschaftsständen für die interlift 09 geworben werden. Von Zuversicht geprägt wird nach vorn geschaut.
Dr. Peter Lauer
6/2007


