Ausgabe 5/2007


09/01/07

Neuheiten und Innovationen auf der interlift 2007


Oberingenieur Dipl.-Ing. Werner A. Boehm

Die interlift 2007 als Weltleitmesse der Aufzugstechnik präsentiert wie erwartet eine Vielzahl an Innovationen und Neuheiten. Seit der letzten interlift 2005 haben vor allem fünf Themen die Branche bewegt: Die Verbesserung und Vereinheitlichung des Sicherheitsstandards bei den Aufzügen in Europa, die Zugänglichkeit für alle, der zunehmende Vandalismus, die Evakuierung bei Katastrophenfällen und – vor dem Hintergrund der weltweiten Klimadiskussion – die Erhöhung der Energieeffizienz bei Aufzügen und Fahrtreppen. Zu diesen Schwerpunkten stellen die über 470 Aussteller der interlift 2007 eine Vielzahl von interessanten Lösungsmöglichkeiten vor. Aber auch neue, darüber hinausgehende Ideen und Produkte werden die hohe Innovationskraft der Branche auf der interlift 2007 sichtbar machen und den beachtlichen technischen Fortschritt innerhalb von nur zwei Jahren demonstrieren.
Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 5/2007
Erstellt von: Editor

Die Erhöhung der Sicherheit vor allem bei bestehenden Aufzügen erfordert im Rahmen von Modernisierungspaketen geeignete Komponenten und Systemlösungen. Beginnend bei der Erfassung und Bewertung des Ist-Zustandes bis hin zur technischen Ausführung und Prüfung der verbesserten Anlage werden auf der interlift 2007 Produkte und Lösungen zu sehen sein, die eine rasche Durchführung der von den Regelwerken geforderten Maßnahmen möglich macht.

Bei der Zugänglichkeit für alle innerhalb der unterschiedlichsten Lebens-, Wohn- und Arbeitsbereiche kommt dem Aufzug eine überragende Bedeutung zu. Denn nur mit dem Aufzug ist eine umfassende, vertikale Erschließung von Gebäuden „für alle“ möglich. Davon betroffen sind nicht nur Senioren, sondern alle in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen, also z. B. auch die junge Mutter mit ihrem Kind im Buggy. Vor allem für kleinere Wohngebäude und Residenzen werden auf der interlift 2007 wegweisende Systemlösungen angeboten werden.
Bei den Anbietern von Bedienungs- und Anzeigeelementen werden viele interessante Produktbeiträge für die Nutzung von Aufzügen durch Personen mit eingeschränkter Mobilität zu sehen sein.
Leider nimmt das Problem Vandalismus bei Aufzügen und Fahrtreppen immer weiter zu. Neue Lösungsansätze werden durch die Rahmenbedingungen der Regelwerke erleichtert. Planung und Ausführung der Anlagen müssen Hand in Hand gehen. Man darf gespannt sein auf die entsprechenden Angebote auf der interlift 2007.
Seit den nun schon sechs Jahre zurückliegenden, tragischen Ereignissen des 11. September 2001 in New York ist die Evakuierung in Katastrophenfällen eines der wichtigsten Themen in der Branche Bei Unterscheidung zwischen niedrigen und hohen Gebäuden werden viele Lösungsmöglichkeiten teilweise recht kontrovers diskutiert. Gerade von Komponentenherstellern, bzw. von Anbietern von System- Lösungen werden hier neue Ansätze zumindest für Teilbereiche des gesamten Themenkomplexes erwartet. So z. B. für den Katastrophenfall Erdbeben, von dem besonders die Anrainerstaaten des Mittelmeeres betroffen sind.
Ein breites Angebot wird zum Thema Energieeffizienz von Aufzügen und Fahrtreppen vorgestellt. Hierzu müssen nationale, europäische und globale Regelwerke beachtet werden, die teilweise schon angewendet werden oder kurz vor ihrer Fertigstellung stehen. Die Verbesserung der Energieeffizienz beginnt im Planungsstadium, beeinflusst Entwicklung, Konstruktion, Herstellung und Montage und hängt in nicht unerheblichem Maße von der Qualität der Wartung ab.
Manche Themen, die unsere Branche bewegen, lassen sich auch zu Maßnahmenpaketen schnüren. Ein Beispiel ist die Modernisierung bestehender Aufzugsanlagen. Hierbei können Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit, zur Verbesserung des Energiebedarfs und zur Verschönerung des Aufzuges in einem Modernisierungspaket zusammengefasst werden.
Nach wie vor ist die Minimierung des erforderlichen Bauvolumens bei einem Aufzug ein vordergründiges Entwicklungsziel der Komponenten- und Systemhersteller. Es geht bei neuen Problemlösungen von triebwerksraumlosen Konzepten vor allem darum, den unabdingbar notwendigen Schutzraum im Schachtkopf und in der Schachtgrube für das Montage- und Wartungspersonal gemäß den geltenden Regelwerken einzuhalten.
Bei den elektrischen Steuerungen für Aufzüge wird der Einfluss der PESSRAL (Programmable Electronic Systems in Safety Related Applications for Lifts), also von programmierbaren elektronischen Systemen in sicherheitsgerichteten Anwendungen für Aufzüge bei den ausgestellten Steuerungen zu sehen sein. Innerhalb der elektrischen Ausrüstung der Aufzugsanlagen kommt der Sensorik eine immer größere Bedeutung zu. Die erwähnten Hauptthemen der Branche lassen sich nur mit modernster Sensorik lösen. Hierzu gehören beispielsweise die Personenerfassung und die genaue Lasterfassung.
Gespannt sein darf man auch auf die Angebote in der Montagetechnik. Hierzu gehören beispielsweise auch moderne Systeme der Befestigungstechnik und Hilfsmittel zur zeitsparenden Montage, vor allem der Schachtausrüstung.
Immer mehr wird erkannt, dass der Aufzug und die Fahrtreppe jeweils ein wichtiger Bestandteil der Gebäudetechnik ist. Viele Themen können deshalb nur im Gesamtzusammenhang der technischen Gebäudeausrüstung gesehen werden. Die optimale Gesamtfunktion im Gebäude kann nur mit modernsten Kommunikationsmitteln gewährleistet werden. Gebäudeleittechnik bedeutet aber auch Kommunikation mit Servicezentralen über größere Entfernungen hinweg. In diesem Zusammenhang werden auf der interlift 2007 auch neue und innovative Notrufsysteme zu sehen sein.
Die Qualität des Aufzuges wird zu einem wichtigen Argument im Dialog zwischen Eigner und Betreiber auf der einen Seite und Planer, Hersteller, Montage und Wartungsunternehmen auf der anderen Seite. Qualität in diesem Sinne muss aber definiert werden und vor allem messbar sein. Die Hersteller dieser Mess-Systeme werden auf der interlift 2007 ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. In diesem Zusammenhang kommt auch der gewichtslosen Prüfung von Aufzugsanlagen eine wachsende Bedeutung zu.
Sofware-Tools als Hilfe bei Planung, Projektierung, Berechnung, Qualitätskontrolle und bei Montage- und Wartungsüberwachung werden in vielfältigen Ausbaustufen angeboten. Zu diesem Themenkomplex gehört auch die Frage der Dokumentation in allen Bereichen des Lebenszyklus eines Aufzuges und die Aus- und Weiterbildung.
Man darf gespannt sein auf die interlift 2007, deren Besuch ein MUSS für alle Aufzugsbauer ist und die der Treffpunkt der Branche „par excellence“ sein wird.
1) Oberingenieur Dipl.-Ing. Werner A. Boehm ist Geschäftsführer des VFA-Interlift e. V., Verband für Aufzugstechnik, der Träger der Weltmesse interlift ist. Als Vorsitzender des Messebeirats hat Werner A. Boehm auch maßgeblich an der Planung und Gestaltung des interlift-Forums mitgearbeitet und wird dieses auch fachlich moderieren.
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