Ausgabe 4/2007
07/01/07
Erfolgreiches Symposium in Schwelm

Langsam ist es gute Tradition geworden, in Schwelm zwei Tage lang hervorragende Informationen aus der Aufzugsbranche zu bekommen. Initiiert von der Firma Henning GmbH und mitveranstaltet vom VFA Interlift e. V. und dem Lift- Report ist eine Informationsplattform geschaffen worden, die man nutzen sollte. 26 Referate aus den unterschiedlichsten Bereichen der Aufzugswelt waren am 11. und 12. Juni von den etwa 140 Zuhörern zu verkraften. Es hat sich gelohnt.
Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 4/2007
Erstellt von: Editor
Der Vortragssaal war ganz gefüllt, aber alle Teilnehmer wollen die Lokalität trotzdem nicht wechseln, denn der Standort (Hotel Haus Friedrichsbad) bietet einen unvergleichlichen Rahmen. Sowohl das Hotel als auch die Möglichkeiten für informative Kontaktgespräche im Garten werden von den Symposiumsbesuchern sehr geschätzt. Also: auch im nächsten Jahr im Juni zwei Tage Schwelm!

Wie gewohnt wurde das Symposium vom Geschäftsführer des VFA Interlift e. V., Werner A. Böhm, moderiert und geschickt im Zeitrahmen gehalten. „Unauffällig“ war sein Eingreifen bei Zeitüberschreitungen der Referenten. Mit den Hinweisen auf die Diskussionsweiterführung in den Pausen wurde elegant zum nächsten Referat weitergeleitet.
Sicher war sich keiner bewusst, dass es in diesem Jahr die letzte Moderation aufdem Symposium war, denn Werner Böhm scheidet nach der interlift aus dem Berufsleben aus. Daher gilt ihm unser aller Dank. In seiner ausgleichenden Art hat er das Symposium stark mit geprägt und zur erfolgreichen Entwicklung mit beigetragen.
Die einzelnen Vorträge werden hier nicht weiter behandelt, denn auf der Homepage der Henning GmbH (www.henninggmbh. de) stehen Downloads zur Verfügung. Man konnte eigentlich drei Gruppen von Referaten unterscheiden: Zunächst die Berichte über neue Entwicklungstendenzen in der Branche und die Informationen über neue Produkte, dann die Ausführungen über das Regelwerk in der Branche und einzelne praktische Erfahrungen damit und schließlich die Firmenpräsentationen, die natürlich auch auf neue Entwicklungen verwiesen. Ein ausgezeichneter Mix quer durch die Branche. Zu erwähnen ist noch, dass Referate aus den gleichen Bereichen zum Block zusammengefasst wurden und gut in der Gruppe diskutiert werden konnten.
Nach der Diskussionsintensität können drei Schwerpunkte festgestellt werden. Unter der Frage „Der Aufzug als Rettungsweg?“ gab es viel Zündstoff. Natürlich ist der Aufzug ein gutes Beförderungsmittel auch im Notfall, aber dafür muss noch viel geklärt werden. Die Elektronik muss auch im Notfall funktionieren, der Schacht muss rauchfrei gehalten werden (z. B. durch Überdruck) und die Feuerwehr muss ungestört arbeiten können. Hier besteht noch viel Diskussions- und Abstimmungsbedarf und das Regelwerk müsste entsprechend angepasst werden. Diese Problematik sollte sowohl national wie international zu Lösungen geführt werden.
Die Vorschriften der Betriebssicherheitsverordnung sind zwar zahlreich und weitgehend, aber der Betreiber hat Schwierigkeiten sich noch Klarheit zu verschaffen. Natürlich berät der TÜV gern, aber das kann doch nicht der Sinn der Vorschriften sein. Wenn nationale Vorschriften auf europäischer Ebene voll berücksichtigt werden, hat sogar der Aufzugsbauer künftig reichlich Klärungsbedarf. Dabei entsteht häufig das Problem wer genau Bescheid weiß und wo die Zuständigkeit liegt. In der Praxis besteht eine große Unsicherheit. Eine klare Linie bei eindeutigen Zuständigkeiten sollte Aufzugsbauern und Betreibern an die Hand gegeben werden, damit sie sicher durchs „Gestrüpp“ des Regelwerkes geführt werden. Natürlich steht das Sicherheitsbestreben bei allen Beteiligten von der Priorität her gesehen an erster Stelle, aber das Regelwerk muss auch sicher nachvollziehbar sein.
Unter dem Gesichtspunkt der Energieeinsparung sind in letzter Zeit immer mehr Forderungen auf die Aufzugsbauer zugekommen. Sowohl der Vortrag als auch die anschließende Diskussion brachten ein Bündel von Fragen auf den Tisch, welches Aktivitäten verlangt. Es sollte über alle relevanten, die Energieeinsparung betreffenden Vorgänge im Aufzugsbereich eine Sammlung, eine Aufstellung und daraus abgeleitet eine Planung geben, eventuell in Form eines zu erstellenden Papieres, welches der Aufzugsbauer bei der Planung berücksichtigen sollte. Vielleicht könnte hierzu eine Kommission ins Leben gerufen werden unter Führung der Interessenverbände (VFA/VDMA/ VmA), die ein solches Papier erarbeitet und herausgibt. Hierauf zurückgreifend könnten die Aufzugsbauer dann planen und ihren Kunden Lösungen anbieten, die sich für die Kalkulation der Folgekosten (Betriebskosten) positiv auswirken würden. Aufzugsbauer und Betreiber hätten von einem solchen Papier einen hohen Nutzen.

Neben Vorträgen und Fachgesprächen hatte das Symposium natürlich auch seinen traditionellen Grillabend. Da das Wetter mitspielte hatten alle Teilnehmer viel Spaß und zwischendurch erheiternde Unterbrechungen mit Zauberer Heinz. Auch ein solcher Abend macht den einmaligen Charakter dieser Veranstaltung aus und wir sollten uns auf den 16./17. Juni 2008 freuen, den Termin für das VI. Symposium in Schwelm.
Dr. Peter Lauer
4/2007


