Ausgabe 4/2007
07/01/07
Die Ausnahme ist die Norm
Flexibilität im Sonderaufzugsbau mit Combi-Steckverbindern
Gemäß dem Motto „Die Ausnahme ist die Norm“ produziert die Firma „Ölhydraulische Fördertechnik Malsch GmbH“ Komplettanlagen und Teilsysteme für Sonderaufzüge. Bei den einzeln gebauten Sonderanfertigungen kommt es auf die Flexibilität und Durchgängigkeit der Komponenten- Programme an. In der elektrischen Verbindungstechnik setzt das Unternehmen auf Combi-Steckverbinder von Phoenix Contact.

Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 4/2007
Erstellt von: Editor
Jeder Aufzug wird einzeln konstruiert
In Malsch-Völkersbach, am Rande des Schwarzwaldes, ist die „Ölhydraulische Fördertechnik Malsch GmbH“ – kurz ÖHF – beheimatet. Gegründet wurde das Unternehmen vom Vater der heutigen technischen Geschäftsleiterin Gabriele Esser im Jahre 1968 als Zweimann-Unternehmen in einer Garage. Entwickelt und produziert werden Sonderanlagen im Aufzugsbau – dazu zählen Personen- (Bild 1) und Lastenaufzüge, Güter- und Unterflur-Aufzüge sowie Behindertenaufzüge. Durch stetiges Wachstum konnte sich ÖHF zu einem mittelständischen Unternehmen mit 70 Mitarbeitern entwickeln, über 16 000 Anlagen sind heute weltweit in Betrieb. „Zu unseren Kunden zählen die Aufzugs-Branchenriesen, aber auch viele mittlere und kleinere Aufzugsunternehmen“, erläutert Gabriele Esser (Bild 2). Ihr Mann Christian Esser, Leiter Technik und Steuerungsbau bei ÖHF, ergänzt: „Da wir gegenüber den Fahrgästen nicht in Erscheinung treten, wissen die Passagiere in der Regel nicht, dass sie gerade in einem „ÖHF“ fahren.“

Bei den von ÖHF produzierten Anlagen handelt es sich um Sonderanfertigungen – jeder Aufzug wird einzeln geplant, konstruiert und programmiert. Dabei sind zahlreiche unterschiedliche Normen und Standards für Personen- und Lastenaufzüge zu berücksichtigen. Bei allen Aufzugtypen aus dem Hause ÖHF hat die hohe Flexibilität in Planung und Ausführung oberste Priorität. Bei der elektrischen Verbindungstechnik setzt ÖHF auf Komponenten von Phoenix Contact. „Die Flexibilität bei der individuellen Konfektionierung sowie die Einheitlichkeit des Gesamtsystems waren wichtigste Kriterien bei unser Entscheidung für die Combi-Steckverbinder“, erläutert Christian Esser. „Wir können alle Stecker nach Farbe, Polzahl, Kodierung und Zubehör – wie zum Beispiel Verrastung oder Kabelfi xierung – vor Ort konfektionieren“.
Zugfedertechnik ermöglicht vibrationssichere und gasdichte Verbindung
Nicht nur die Aufzüge, auch die zugrunde liegenden Steuerungen müssen individuell aufgebaut werden können. Nur so können alle Normen sowie individuelle Kundenwünsche erfüllt werden. Ausgehend von der Standardsteuerung F2002, die in sechs unterschiedlichen Varianten verfügbar ist, wird die Steuerung für jeden Aufzug spezifisch produziert und programmiert.
Die fertigen Steuerungen werden an einen Prüfstand angeschlossen, wo alle Funktionen und Eigenschaften einer speziellen Prüfprozedur unterzogen werden (Bild 3). Dabei werden auch die späteren Aufzugskomponenten simuliert. Christian Esser: „Um Zeit zu sparen und um die Sicherheit der Verdrahtung zu erhöhen, werden für die Verbindung zwischen Prüfstand und Steuerung ebenfalls Combi-Steckverbinder eingesetzt“ (Bild 4). Verwendet werden vor allem Vierleitergrundklemmen vom Typ ST 2,5-Quattro/ 2P in Verbindung mit Steckern SP 2,5 (Bild 5). Die Zugfedertechnik ermöglicht durch die Bediener unabhängige Kontaktkraft eine vibrationssichere, gasdichte und langzeitstabile Verbindung. Außerdem ermöglichen die Steckverbinder hier einen maximalen Anschlussraum – selbst bei Leitern im Nennquerschnitt mit konfektionierter Aderendhülse – sowie eine hohe Stromtragfähigkeit von 24 A. Dabei bietet das Combi-System einen umfassenden Schutz für die Anwender, denn Grundklemmen und Stecker sind fingerberührsicher ausgeführt.



Einheitliches Zubehörprogramm für zusätzliche Flexibilität
Der Forderung nach platzsparenden Steuerungen trägt das Unternehmen durch den Einsatz der Combi-Doppelstockklemmen vom Typ STTB 2,5/2P Rechnung. Hier können zwei unterschiedliche Potenziale steckbar über eine Klemme geführt werden. Die interne Festverdrahtung erfolgt ebenfalls mit Zugfedertechnik – mittels Reihenklemmen aus dem Produktprogramm „Clipline complete“ von Phoenix Contact.
Ein Hauptgrund für ÖHF, sich für Produkte von Phoenix Contact zu entscheiden, war das umfassende und für das gesamte Clipline complete-Programm einheitliche Zubehör. „Ob Festverdrahtung oder Combi-Steckverbinder“, so Gabriele Esser, „mit dem einheitlichen Steckbrückensystem sowie dem Markierungs- und Prüfzubehör können wir unsere Kosten bei Einkauf, Logistik und Lagerhaltung deutlich senken.

Hat die Steuerung den Test im Stammwerk in Malsch bestanden, wird der Aufzug vor Ort beim Kunden montiert. Durch den Einsatz der Combi-Steckverbinder können auch dort deutliche Zeit- und Kostenvorteile erzielt werden, vor allem beim Anschluss von Komponenten wie Anzeige- und Bedientableau, Positionierungssystemen und Türendschaltern. Die integrierte und komfortable Kodiermöglichkeit der Combi-Steckverbinder verhindert ein unbeabsichtigtes Fehlstecken und erhöht so die Sicherheit der Anlage.
Bei der Modernisierung von Aufzugsanlagen kann viel Zeit gespart werden
Neben Komplettanlagen bietet ÖHF auch einzelne Komponenten eines Aufzugs an – zum Beispiel Steuerungen (Bild 6). Diese werden vor allem benötigt, wenn vorhandene Aufzugsanlagen umgebaut oder modernisiert werden. Von den etwa 600 000 Aufzügen, die deutschlandweit im Einsatz sind, sind mehr als die Hälfte älter als 20 Jahre. Da sich die Anforderungen an eine Aufzugsanlage im Laufe der Zeit durch Gebäudeumbauten oder anderweitige Nutzung der Gebäude ändern, müssen auch die Steuerungen angepasst werden. Häufig werden spezielle Funktionen, andere Sicherheitseinrichtungen oder modifizierte Bedien- und Anzeigeelemente benötigt. Damit der Umbauschnell, sicher und zuverlässig erfolgenkann, nutzt ÖHF auch hier steckbare Lösungen aus der Combi-Produktfamilie.Das modulare Prinzip ermöglicht nicht nur einen schnellen Aufbau der Steuerung, auch spätere Erweiterungen werden erheblich komfortabler.

Die verschiedenen Vorteile der Steckverbinder tragen auch zu einer Verkürzung der Lieferzeiten der ÖHF-Steuerungen bei. Obwohl es sich um kundenspezifische Aufzugssteuerungen handelt, beträgtdie reguläre Lieferzeit nur zwei Wochen. Wenn es noch schneller gehen muss, wird eine Steuerung auch schon mal nach drei Tagen ausgeliefert. Möglich ist dies nur, weil alle Komponenten standardisiert und problemlos auf Lager gehalten werden können. Mit dieser Flexibilität und Schnelligkeit ist ÖHF dem Mitbewerb um einiges voraus.

4/2007


