Ausgabe 1/2005
01/01/05
Axel Springer Passage in Berlin stellt sich vor
In Ergänzung zu den bestehenden beiden Verlagshochhäusern entstand in den vier Jahren nach Entwürfen des Londoner Architektenbüros Renton, Howard, Wood, Levin Partnership (RHWL) mit einem Investitionsvolumen von rund 175 Mio. Euro die Axel Springer Passage, das Veranstaltungsforum Ullstein-Halle sowie ein neuer Haupteingang. Auf dem Grundstück der ehemaligen Druckerei in der Kochstraße wurde die Axel Springer Passage errichtet. Mitten im historischen Berliner Zeitungsviertel präsentieren sich hochwertige Büroräumlichkeiten, vielfältige Dienstleistungen für den modernen Großstädter und eine abwechslungsreiche Gastronomie.
Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 1/2005
Erstellt von: Editor
Den Übergang zwischen dem neuen achtgeschossigen Gebäude und den beiden Hochhäusern mit jeweils 19 Stockwerken bildet die Ullstein-Halle, die neue Veranstaltungshalle des Verlages mit Platz für bis zu 1000 Personen. Gleichzeitig entstand ein neuer repräsentativer Haupteingang an der Axel-Springer-Straße 65. Damit öffnet sich der Verlag zur Stadtmitte und setzt auch ein optisches Signal für das vom Unternehmen im Sinne seines Gründers Axel Springer geförderte weitere Zusammenwachsen des östlichen und westlichen Teils Berlins.
Der Vorstandsvorsitzende Dr. Mathias Döpfner erläuterte die unternehmenspolitischen Überlegungen: „Mit der Investition in den Neubau hat die Axel Springer AG ihr unternehmerisches Engagement in der deutschen Hauptstadt erneut dokumentiert und gefestigt. Axel Springers Bekenntnis zu Berlin wurde seit 45 Jahren mit zahlreichen Aktivitäten immer wieder bekräftigt.
Neuer Treffpunkt in Berlins Mitte
Die Axel Springer Passage ist rund 150 Meter lang, 85 Meter breit und 22 Meter bzw. mit Staffelgeschoss 29 Meter hoch und hat eine Gesamtfläche von 66 000 Quadratmetern. Außen wird das Erscheinungsbild durch eine moderne Glasfassade und innen durch die zeitgemäße Interpretation der traditionellen Architektur Berliner Höfe geprägt. Funktionales und architektonisches Herzstück der Axel Springer Passage sind vier überdachte Innenhöfe. Das Erdgeschoss der Axel Springer Passage ist mit fünf Eingängen an der Koch-, Markgrafen- und Zimmerstraße für die Öffentlichkeit zugänglich. Zudem gibt es eine öffentliche Tiefgarage mit insgesamt 485 Stellplätzen.
Die Axel Springer Passage bietet insgesamt 37 000 Quadratmeter Bürofläche, die gegenwärtig zu ca. 60 Prozent von Bereichen der Axel Springer AG selbst genutzt wird. Im ersten Obergeschoss mit Eingang Markgrafenstraße befindet sich ein Ärztezentrum mit 15 Fachärzten aus sieben Sparten sowie Physiotherapeuten. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Passagen-Angebotes sind Einzelhändler und Dienstleister im Erdgeschoss, darunter eine Apotheke, ein Optiker, ein Sonnenstudio, ein Friseur, ein Sanitätshaus, ein Graveur, ein Tabakwarenladen mit Theaterkasse sowie eine Bank.
Anziehungspunkt und Treffpunkt sind die drei gastronomischen Einrichtungen „Paparazzi“, „Deli-News“ und „Mittelbar“.
Auch die Themen Kunst und Kultur haben ihren Platz in der Axel Springer Passage. Seit Mitte Dezember bietet das Kabarett „Kartoon“ für 180 Besucher an sechs Tagen in der Woche politische und gesellschaftliche Satire. Unter dem Motto „Künstler live erleben“ werden internationalen Künstlern für eine Übergangszeit im Erdgeschoss gläserne Ateliers zur Verfügung gestellt. Die Idee: Kultureller Austausch auf allen Ebenen – sowohl zwischen den Künstlern als auch Passanten und Gästen der Passage, die die Künstler bei ihrer Arbeit live erleben können.
Veranstaltungsforum mit Hightech und Kunst-Highlights
Die Ullstein-Halle ist die neue Veranstaltungshalle der Axel Springer AG in Berlin mit Platz bis zu 1000 Personen. Lichtdurchflutet präsentiert sie sich als Verbindung zwischen Axel Springer Passage und den beiden Verlagshochhäusern. Sie ist mit professioneller Veranstaltungstechnik ausgestattet und ermöglicht Veranstaltungen aller Art u. a. auch TV-Produktionen.
Architektur
In der beeindruckenden Architektur des international renommierten Londoner Architektenbüros Renton, Howard, Wood, Levin Partnership (RHWL Architects) bestechen Transparenz und Variabilität der Grundrissgestaltung.
Das Gebäude, das die traditionelle Architektur der Berliner Höfe aufnimmt und neu interpretiert, schafft durch vielfältige Dienstleistungen für den modernen Großstädter mit knappem Zeitbudget hervorragende Voraussetzungen für effizientes Arbeiten und Entspannung beim gastronomischen Angebot. Das durchdachte Belüftungssystem sorgt für ein angenehmes Raumklima zu jeder Jahreszeit.
Funktionales und architektonisches Herzstück des gläsernen Ensembles ist das Konzept der acht gegeneinander verschobenen Innenhöfe. Vier dieser Atrien sind oberhalb des ersten Geschosses mit einer Glaskuppel überdacht und klimatisiert, um auch im Winter nutzbar zu sein. Fünf Innenhöfe sind zudem miteinander verbunden, sodass sich den Besuchern eine große zusammenhängende Fläche erschließt, dessen umfangreiche Begrünung ein angenehmes Mikroklima und eine geschützte und entspannte Atmosphäre schafft.
Besondere architektonische Erfindungsgabe verlangte auch das Dach. Nicht in Fragen der Begrünung, um die sich die Berliner Landschaftsarchitektin Birgit Hammer kümmerte. Es galt zudem eine Lösung zu finden, wie die großflächige Außenfassade, die ebenfalls mit Glas verkleideten auf dem Dach aufgesetzten Büros und die überdachten Innenhöfe gewartet und gereinigt werden können. So wurden zwei Fassadenbefahranlagen konstruiert, die teleskopisch jeweils auf 15 Meter ausfahrbar sind und jeden Winkel des Gebäudes erreichen.
Weitgehend natürlich belüftete Büros unter Einsatz innovativer Fassadentechnik und die erfüllte Forderung des Verlages, jederzeit flexible Nutzungseinheiten schaffen zu können, sind die Vorzüge dieses Gebäudekonzeptes.
Verlagsgründer Axel Springer hatte mitten im Kalten Krieg 1959 den Grundstein für sein Verlagshaus direkt an der ehemaligen Sektorengrenze gelegt und das mit bronzefarbenen Aluminiumplatten verkleidete Hochhaus (Architekten: Melchiorre Bega + Gini Franzi, Franz Heinrich Sobotka + Gustav Müller, 1959-66) zu einem Wahrzeichen des „goldenen Westens“ gemacht.

Das historische Zeitungsviertel
Das Axel Springer Haus steht mitten im historischen Zeitungsviertel in Berlin. Alle drei früheren großen Berliner Pressehäuser – Scherl, Mosse und Ullstein – hatten hier einst ihren Sitz. Doch belebten insbesondere während der Weimarer Republik auch viele kleine und mittlere Verlage das Geschäft. Eine vielfältige, lebendige Verlagslandschaft siedelte sich rund um die Kochstraße an, die daher auch die „Fleet Street von Berlin“ genannt wurde. Die Nationalsozialisten schalteten ab 1933 die ihnen nichtgenehme Presse gleich oder zwangen sie zum Aufgeben und zerstörten damit auch den legendären facettenreichen Kern des Zeitungsviertels.
Die Kochstraße erwachte erst wieder zu neuem Leben, als Axel Springer im Mai 1959 zwischen Linden- und Markgrafenstraße den Grundstein für sein Haus legte. Dies geschah in einem Augenblick, in dem das Schicksal des noch immer geteilten Berlins zur zentralen Frage der Weltpolitik geworden war. Im November 1958 hatte der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow mit seinem Berlin-Ultimatum den Westen in Bedrängnis gebracht. Der Kreml-Chef wollte die Alliierten zwingen, West-Berlin aufzugeben. Chruschtschow befristete das Ultimatum auf sechs Monate.
Die Drohung gegen den freien Teil Berlins wirkte: Große Firmen zogen ihre Zentralen ab, Zukunftsangst machte sich breit. Zwei Tage vor Ablauf des Ultimatums, am 25. Mai 1959, legte Axel Springer, dessen verlegerische und unternehmerische Wurzeln in Hamburg sind, den Grundstein seines Berliner Verlagshauses im historischen Zeitungsviertel.
Anlässlich der Grundsteinlegung sagte Axel Springer: „Sie fragen, warum ich in Berlin baue? Meine Antwort darauf ist einfach: Ich glaube an Deutschland. An ein Deutschland mitten in der Hauptstadt Berlin. Aber ich glaube nicht nur an Deutschland, sondern ich will es eben auch. Und deshalb baue ich in Berlin. Berlin ist nicht nur die politische Metropole Deutschlands, es ist immer der geistige Mittelpunkt und Sammelplatz für unsere Intelligenz gewesen.“
Das Ultimatum verstrich ohne Folgen – doch gut zwei Jahre später, am 13. August 1961, wurde mit der Errichtung der Mauer begonnen. Da rieten einige führende Mitarbeiter dem Verleger eindringlich, den Bau des Hauses abzubrechen. Das Verlagshaus sei nun mal „ein Schrei gegen den Wind“. Aber Axel Springer ließ sich nicht beirren und baute weiter. Am 6. Oktober 1966 wurde schließlich der 19 Etagen hohe Neubau an der Kochstraße 50, der modernste Verlags- und Druckkomplex Europas, mit einem großen Festakt eingeweiht.
Erweiterung von Druckerei und Verlagshaus
Die Jahre 1992 bis 1994 standen im Zeichen der Modernisierung und Erweiterung, sowohl der Druckerei als auch des Verlagshauses. Am 14. September 1992 wurde der Grundstein für den 19-stöckigen Erweiterungsbau des Verlagshochhauses in der Kochstraße gelegt, der im Oktober 1994 von den Mitarbeitern von Axel Springer bezogen wurde.
Die dritte Phase der Erweiterung des Verlagshauses Axel Springer begann im Juli 2000 mit dem Abbruch der Druckerei in der Kochstraße, die seit Inbetriebnahme der neuen Druckerei in Spandau leer stand. Mit der Verlegung des neuen Haupteingangs in die Axel-Springer-Straße 65, der Einweihung der Axel Springer Passage und der Ullstein-Halle am 13. Januar 2004 setzt die Axel Springer AG ihre Unternehmenstradition fort und stellt gleichzeitig wichtige Weichen für die Zukunft. Die Zentralabteilungen des Unternehmens werden vom Standort Hamburg nach Berlin verlagert. Die Entscheidung des Vorstands folgt unternehmenspolitischen Überlegungen. Berlin, seit Januar 1967 formaler Hauptsitz von Axel Springer, wird nun auch faktisch zum Hauptsitz.

Facility Management (FM)
Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Reimann aus Magdeburg entwickelte die Henning GmbH, Schwelm Teile des Facility Management Systems des Komplexes.
Die Themen Qualitätsoptimierungen und -verbesserungen stehen in vielen Unternehmen in der heutigen Zeit im Vordergrund. Ein wesentlicher Faktor sind dabei die Dienstleistungen rund um die Immobilie. In einem Gebäude wie der Axel Springer Passage kommen noch weitere nützliche Anwendungen hinzu. Im Allgemeinen können Monitoringsysteme einen Teil des Gebäudemanagements bilden, dieser Bereich sich dann von einfachen Anzeigen von Bildern und Texten bis hin zum Performance-Monitoring zum Beispiel in: Eingangsbereichen und Lobbys, Aufzügen, Büroräumen, Arztpraxen und Krankenhäusern, Schulungs- und Konferenzräumen.

Im neuen Medienhaus in München kommen folgende Komponenten der Henning GmbH zum Einsatz:
Ein Server mit zusätzlichem Video/TV-Eingang und DVD, dabei wird die Bedienung, Konfiguration und Eingabe der anzuzeigenden Informationen für jeden PanelPC über die Bediensoftware erledigt. Die PANEL-PC´s können Informationen anzeigen (z. B. Hinweise auf Veranstaltungen), Präsentationen ablaufen lassen oder live Nachrichten etc. anderer Medien übertragen. Ausreichend hierfür ist ein Industrie-PC mit LCD-Monitor in verschiedenen Größen (8“, 12“, 15“) nötig sind Spannungsversorgung und Ethernet.
Die Verbindung zwischen Server und Panel-PC bietet eine Ethernetverbindung, Wartung und Updates der installierten Komponenten sowie der Software und der Präsentationen wird über eine Internetverbindung durchgeführt.
Mit der Kombination dieser Komponenten sowie einer beliebigen Anzahl der PanelPC`s können die folgenden Einsatzgebiete abgedeckt werden:
Lobby-Monitoring (Anzeigen von Informationen, Konferenz- und Tagungsthemen, Wegweiser für Veranstaltungen und TV/Video im Wartebereich).
Praxis-Monitoring (Anzeigen von Nachrichten zu aktuellen Themen, med. Informationen, Unterhaltung und Produktinformationen).
Aufzug-Monitoring (Anzeigen von Etagen, Fahrtrichtung, Standort, Mieter und TV/Video im Zugangbereich der Aufzüge und in der Aufzugskabine).
Vorteile
- Hochwertiges Monitoring-System für Text-, Bild- und TV/Video-Anwendungen.
- Installation mit handelsüblichem Cat5 Ethernet-Kabel.
- Durch wirtschaftliche Kabelinfrastruktur, flexible Nutzung auch im Aufzug möglich.
- Universelle Einsetzbarkeit des Monitoring-Systems.
- Alle Komponenten problemlos austauschbar, dadurch hohe Ausfallsicherheit.

Aufzugstechnik als umfassendes Facility-Management-System
Beim LeitTechnikProgramm sind Aufzüge und Fahrtreppen unterschiedlicher Hersteller aufgeschaltet. Mit einer echtzeitnahen Visualisierung in Einzel- und Gruppendarstellung werden Stockwerksstand, Rufüberwachung und Ferneingabe von Fahrkommandos abrufbar.
Das Programm bietet einen steuerungsunabhängigen Einsatz (alle Steuerungstypen und Fabrikate sind adaptiert) dabei sind die Verbindungen zu den Steuerungen über Modem, Ethernet oder Serialanschluss möglich und die Visualisierung durch eine moderne Registerkartentechnik garantiert eine übersichtliche Darstellung aller Betriebszustände.
Das umfangreiche Sicherheitskonzept sieht eine Verwaltung von drei Benutzerebenen vor (Service, Technik, Hausmeister); jedem Benutzer kann dabei eine eigene Ebene (Zugriffsrecht) und ein Passwort zugewiesen werden.
Mit diesem System lässt sich das LTP für den konkreten Anwendungsfall parametrieren (der „Hausmeister“ z. B. darf nichts verändern, wird aber über alle auftretenden Fehler informiert und kann sich den Zustand der einzelnen Aufzüge ansehen). Das Sicherheitskonzept wird durch den Einsatz eines Hardwaredongles abgerundet (ohne Dongle lässt sich das LTP nicht betreiben). Nach dem Eingang gemeldeter Fehler („Aktive Fehlermeldungen“) im LTP können SMS- und/oder E-Mail-Nachrichten direkt an Servicemitarbeiter versandt werden, dabei sind Rufnummern bzw. E-Mail-Adressen frei konfigurierbar. Über eine pro Aufzugsteuerung zugeordnete Fehlerliste („Ankreuzbare Fehlerliste“) lässt sich gezielt festlegen, welche Fehler wie gemeldet werden sollen (z. B. Meldung eines Notrufs mit SMS und E-Mail). Für diesen Service sind zehn unterschiedliche Nummern anwählbar. Die einzeln aktivier- bzw. deaktivierbar sind.
Das Feature der umfangreichen Fehlerdiagnose kann zum Beispiel mittels einer Simulation von Rufen aus der Leitwarte, vor Ort prüfen, ob der Aufzug wirklich steht. Die in das System integrierte Aufzugwärterfunktion gewährleistet mit dem Aufzugwärterprotokoll jeden Monats eine lückenlose Dokumentation. Dafür ist die TÜV-Baumusterprüfung vorhanden. Außerdem stehen noch weitere Dienstleistungen zur Verfügung, wie zum Beispiel die Aufzeichnung von Impulsprotokollen der Außenstellen (Rekorderfunktion), das Sperren und Freigeben einzelner Etagen, der Start externer Programme (z. B. Frequenzumrichter) direkt aus dem LeitTechnikProgramm, welche den bestehenden Verbindungskanal nutzen und eine umfangreiche Statistik mit Wartungsintervallen.
ElevatorPilot Bedien- und Konfigurationswerkzeug
Das Programm bietet eine bequeme Mietereingabe, wobei die Anzahl der Eingabefelder sowie die Zuordnung zu den Etagen auf der zuvor getroffenen Auswahl in der Konfigurationsoberfläche/Gruppe-Konfiguration basiert. Die eingegebenen Etagendaten (Mieter) werden beim Verlassen des Programms automatisch gespeichert. Die neu eingegebenen Daten werden mit dem Button „Daten übertragen“ in der Konfigurationsoberfläche an den PANEL-PC übertragen. (Konfigurationsoberfläche/Gruppe-Aktion).
Sonderbildeingabe
Möglich ist auch die Anzeige von Bildern bzw. Objekten. Das eingegebene Sonderbild wird beim Verlassen des Bedien- und Konfigurationsprogramms nicht automatisch gespeichert. Zum Speichern ist im Menü „Datei“ der Eintrag „Speichern unter“ auszuwählen. Gespeichert wird immer ein kompletter Datensatz, d. h. die Sonderbilder aller PANEL-PC.
Die neu eingegebenen Daten werden mit dem Button „Daten übertragen“ in der Konfigurationsoberfläche an den PANEL-PC übertragen. (Konfigurationsoberfläche/Gruppe-Aktion). Die Schaltfläche Sonderbild muss ausgewählt sein (Konfigurationsoberfläche/Gruppe-Display).

Performance-Monitoring
Die installierten PanelPC’s im Zugangsbereich der Aufzüge und in der Aufzugkabine zeigen die zuvor mit dem ElevatorPilot übertragenden Mietereingaben oder Sonderbilder sowie Fahrtrichtung und Standort des Aufzuges an.
Lödige lieferte Aufzugstechnik für neue Axel Springer Passage in Berlin
In einem solchen Komplex entstehen, verursacht durch Menschen und Güter, erhebliche Verkehrsflüsse. An die Gebäudelogistik werden entsprechend hohe Anforderungen gestellt, um reibungslose Flüsse von Mensch und Material zu gewährleisten. Die Lödige Aufzugstechnik GmbH aus Paderborn verfügt über das Know-how und die Erfahrung um diese komplexe Aufgabenstellungen zu lösen.
Im März 2001 erhielt die Lödige Aufzugstechnik GmbH den Auftrag für die fördertechnische Einrichtung inklusive eines zentralen Gebäudemanagementsystems zur Steuerung und Überwachung aller Anlagen in der Axel Springer Passage. Ebenfalls wurde ein Vollwartungsvertrag abgeschlossen.
Da konsequent hochwertige Komponenten in den Anlagen zum Einsatz gekommen sind, fallen die Wartungskosten im Vergleich zu anderen Projekten erheblich niedriger aus.
Im Verlauf von knapp zweieinhalb Jahren installierte Lödige, beginnend mit der Montage von Bauaufzügen im Dezember 2001, insgesamt 17 Personenaufzugsanlagen, vier Lastenaufzüge, zwei LKW-Aufzugsanlagen, zwei hydraulische Hubanlagen und sechs Fahrtreppen.

Personenaufzugsanlagen
17 Personenaufzugsanlagen stehen Besuchern und in der Axel Springer Passage beruflich tätigen Menschen für die Beförderung in die einzelnen Etagen zur Verfügung. 16 Seilaufzugsanlagen, angeordnet in Zweiergruppen, fahren jeweils zwischen sieben und neun Ebenen an. Hinzu kommt zwischen Erdgeschoss und erstem Obergeschoss ein Panoramaaufzug (Hydraulikaufzug) mit einer Tragfähigkeit von 630 kg, der insbesondere für die Beförderung von Behinderten geplant wurde.
Die einzelnen Aufzüge jeder Zweiergruppe sind ausgelegt für maximal 18 Personen (Tragfähigkeit 1400 kg). Die Fahrgeschwindigkeiten liegen bei 1,6 bzw. 2,0 m/s.
Die Aufzugsanlagen sind mit getriebelosen Antriebsmaschinen ausgestattet.
Die Aufzugsanlagen sind mit getriebelosen Antriebsmaschinen ausgestattet.
Der hohe Fahrkomfort der Anlagen drückt sich darüber hinaus in einer sehr gleichmäßigen, kaum spürbaren Beschleunigung und Verzögerung der Fahrt aus. Verantwortlich hierfür ist ein Frequenzumrichter mit 4-Quadrantenregelung.
Die Aufzüge erreichen beim Halt eine etagenbündige Positionierung mit einer Toleranz von ± 3 mm.
Gesteuert wird jede Zweiergruppe über eine Zweikopf-Gruppensammelsteuerung. Sie koordiniert die Auftragsverteilung in jeder Gruppe. Über das zentrale Gebäudemanagement kann die Steuerung frei programmiert werden. Beispielsweise können Vorzugsfahrten für die Vorstandsaufzüge eingerichtet, Sonderfahrten bei Veranstaltungen programmiert oder einzelne Etagen freigeschaltet bzw. gesperrt werden. Der Fahrgast bekommt diese Programmierungen über die Monitore in den Kabinen und im Erdgeschoss zusätzlich außen angezeigt.
Die grundlegende Programmierung ist so eingerichtet, dass ein Zwischenhalt nur dann erfolgt, wenn die Anforderung auch die begonnene Fahrtrichtung betrifft. Hat ein Aufzug eine 75%ige Auslastung erreicht, nimmt er keine weiteren Anforderungen mehr an und arbeitet seine Aufträge erst ab. Dies stellt sicher, dass jeder Fahrgast schnellstmöglich sein Fahrziel erreicht. Stopps wären unnötig, da nicht zu erwarten ist, dass weitere Fahrgäste zusteigen.
Kabinenausstattung
Die Aufzugsanlagen verfügen über mittig öffnende vierteilige Schiebetüren aus geschliffenem Edelstahl. Der hochwertige Eindruck setzt sich im Innenraum der Kabinen fort. Die Seitenverkleidungen sind ebenfalls aus geschliffenem Edelstahl, unterbrochen durch horizontal angeordnete vorgehängte Paneele. Die Rückseiten variieren in jeder Zweiergruppe: Ein Aufzug jeder Gruppe ist mit einem über die gesamte Rückwand reichenden Spiegel ausgestattet, der andere mit einer Scheibe aus Sicherheitsverbundglas. Die Glasscheibe gibt den Blick ins Gebäude und über die verglasten Flächen nach draußen frei. Ein weiterer Beleg für die konsequente Umsetzung des „Transparenz“-Themas in der gesamten Architektur des Gebäudes. Die Handläufe aus rundem Edelstahlrohr verlaufen über alle drei Seiten der Kabine. Gleiches gilt für den Rammschutz aus zwei parallel umlaufenden Edelstahlrohren (zu finden in Bodennähe der Kabine).
Die Kabinendecke besteht ebenfalls aus Edelstahlblech mit integrierten Halogenspots. Auf dem Kabinenboden wird der Steinbelag der Flure fortgesetzt.
Jeder Aufzug verfügt über ein hochwertiges Bedientableau. In die Tableaus sind 15 Zoll große Monitore integriert. Sie geben dem Fahrgast jederzeit ausführliche Informationen über den aktuellen Standort, spezielle Programmierungen für die Aufzugsanlage und welche Büros, Arztpraxen oder Geschäfte in der jeweiligen Etage zu finden sind.
Fahrtreppen
Zwischen Erdgeschoss und erstem Obergeschoss werden reibungslose Verkehrsströme durch sechs Fahrtreppen sichergestellt.
Die Förderhöhe der einzelnen Anlagen beträgt 4500 mm bei einem Neigungswinkel von 35°. Eine Betriebsgeschwindigkeit von 30 m/min und Stufenbreite von 1010 mm erlaubt eine theoretische Förderleistung von 9000 Personen pro Stunde. Ausgelegt sind die Anlagen für den Dauerbetrieb.
Gestalterisch passen sich die Fahrtreppen optimal in die offene und transparente Architektur des Gebäudes ein. Die Balustrade ist in transparentem Sicherheitsglas gefasst. Zur Hervorhebung des „leichten“ und „offenen“ Gesamteindrucks, der durch die Glasbalustrade erzeugt wird, wurde ein äußerst schmaler Handlauf eingesetzt. Die sichtbaren Blechelemente sind im Wesentlichen aus gebürstetem Edelstahl gefertigt. Im Sockelbereich wurde teflonbeschichtetes Edelstahl verwandt. Die Stufen bestehen aus Aluminium-Druckguss.
Lasten- und Gütertransport
Für den Lasten- und Gütertransport im Gebäude stehen vier hydraulische Lastenaufzüge mit einer Tragfähigkeit von jeweils 1800 kg zur Verfügung. Zwei hydraulische Hubanlagen heben Lasten bis 3000 kg vom 1. Untergeschoss ins Erdgeschoss.
Eine innovative Lösung wurde für die Ver- und Entsorgung des Gebäudekomplexes gefunden. Im ersten Untergeschoss befindet sich ein so genannter Versorgungshof über den der gesamte Gebäudekomplex ver- und entsorgt wird. Statt die Andienung über eine konventionelle LKW-Zufahrt zu realisieren, wurde eine platz- und kostensparende Alternative gesucht. Der Zugang für Lieferanten und Entsorgungsunternehmen erfolgt nun mittels zweier LKW-Aufzugsanlagen. Eine Besonderheit dieser Anlagen ist, dass es sich um zwei Hebebühnen handelt, die als Tragmittel Hubscherentechnik verwenden und als Aufzüge zugelassen sind. Die Zulassung als Aufzugsanlage erlaubt die Mitfahrt von Personen! Die Plattformen sind ausgestattet mit Kabinen aus Edelstahl und tragen Lasten bis zu 30?000 kg. LKWs mit einer Höhe von bis zu 4 Metern und einer Länge von 12 Metern gelangen mittels dieser Anlagen problemlos in den Versorgungshof und wieder heraus.
Die Lösung bedeutet im Vergleich zu einer konventionellen Auffahrt Platzersparnis, erfordert lediglich eine flache Grube und spart Investitionskosten. Darüber hinaus sind die Unterhaltskosten im Vergleich zu anderen Tragmitteln niedriger, da ein geringerer Verschleiß zu erwarten ist. Vergleichbare Anlagen hat Lödige in der Vergangenheit bereits für VW, das Opernhaus Dresden und am Theater in Nürnberg realisiert.
Anfang 2004 konnte die Lödige Aufzugstechnik die gesamte fördertechnische Anlage übergeben. Lödige hielt im Projektverlauf die gesetzten Termine nicht nur ein, sondern war meist dem Zeitplan voraus. Diese Leistung wurde nicht zuletzt durch die Fachplaner Ridder und Meyn bei der Eröffnungsveranstaltung der Axel Springer Passage gelobt und hervorgehoben.
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