Ausgabe 4/2010


07/01/10

Sicher im Aufzug – Aufzugnotruf über GSM


Ingo Boost
Skandinavische Länder machen es vor: Mehr als 45 Prozent der Aufzugnotrufsysteme basieren dort bereits auf der Mobilfunktechnik GSM. Auch in Deutschland beginnt sich GSM jetzt als Standard für die Aufschaltung von Aufzugnotrufsystemen zu etablieren. Aus gutem Grund: GSM-Lösungen sind schnell und flexibel einsetzbar, erfüllen die gesetzlichen Anforderungen an Qualität und Funktionalität, gelten als zukunftssicher und bieten erhebliche Einsparpotenziale gegenüber herkömmlichen Festnetzanbindungen.
Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 4/2010
Erstellt von: Editor
Noch dominieren beim Aufzugnotruf analoge und digitale Telefonanschlüsse über das Festnetz. Doch diese beiden Telefonnetze könnten schon ab 2014 ausgedient haben. Bis dahin ist geplant, das analoge Telefonnetz abzuschalten und stattdessen ein neues IP-basiertes Netz NGN (Next Generation Network) bereitzustellen. Gefragt sind deshalb alternative Lösungen, die den gesetzlichen Anforderungen an Notrufsysteme für Personen- und Lastenaufzüge nach § 12 der deutschen Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sowie der europäischen Norm EN 81-28 entsprechen.
Technik der Zukunft mit wirtschaftlichen Vorteilen
Vorausschauende Aufzughersteller, Immobilienverwaltungen und Wohnungsgesellschaften setzen daher schon heute bevorzugt auf GSM-basierte Notrufsysteme. Gerade bei Neubauten und Modernisierungen überzeugen neben der Zukunftssicherheit vor allem wirtschaftliche Vorteile. So ist es nicht mehr notwendig, zeit- und kostenintensiv Leitungen zu verlegen, die das öffentliche Telefonnetz mit dem Maschinenraum des Aufzugs und dem Notrufgerät verbinden. Auch die Zeit zur Bereitstellung des betriebsfertigen Anschlusses lässt sich auf wenige Tage verkürzen, weil keine Abstimmung von Terminen mit dem Festnetzbetreiber und dem Aufzugmonteur notwendig ist. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass das notwendige Notrufsystem bereits vorab programmiert und anschließend vor Ort in nur wenigen Minuten installiert werden kann. Diese flexible und schnelle Inbetriebnahme ist nicht nur bei besonderen Einsatzfeldern wie Baustellenaufzügen gefragt.
Die Umrüstung auf GSM-Aufzugnotrufsysteme macht sich rasch bezahlt. So amortisieren sich Mehrkosten für die GSM-Aufzugnotrufgeräte in der Regel in weniger als sechs Monaten. Denn der GSM-Anschluss ist auf Dauer wesentlich preiswerter als der Festnetzanschluss. Auch unter Berücksichtigung der Routinemeldungen und eventuell ausgelöster Notrufe sind die Gesamtkosten für die GSM-Kommunikation deutlich günstiger als die monatliche Grundgebühr für den Festnetzanschluss – vor allem dann, wenn beim Mobilfunkanbieter Sondertarife für den Aufzugnotruf bestehen.
Netzabdeckung und Ausfallsicherheit
Zwingend notwendig ist, die Signalstärke im Aufzugsschacht fachmännisch zu prüfen. Eine ausreichende und stabile Netzabdeckung muss jederzeit gewährleistet sein. Dazu sollten auch mögliche Störquellen und Interferenzen technisch ausgeschlossen werden. Unabhängig von der Art der Kommunikationsanbindung ist bei der Stromversorgung des Aufzugnotrufsystems grundsätzlich darauf zu achten, dass sie zuverlässig funktioniert, unempfindlich auf Gewitter und Spannungsspitzen reagiert und einen möglichen Stromausfall überbrücken kann. Regelmäßige Routinemeldung des Aufzugnotrufsystems an die Notruf- und Service-Leitstelle sowie präventive Wartung stellen sicher, dass das System jederzeit einsatzbereit ist. Darüber hinaus bieten einige Betreiber von Notruf- und Service-Leitstellen bereits heute kostenfreie tägliche Routinemeldungen an. Damit wird Aufzugbetreibern wie -nutzern ein deutliches Mehr an Sicherheit geboten, das sogar über die in Deutschland gültige Norm EN 81 hinausgeht.
Anbindung an Sicherheitsleitstelle und Intervention
Im Ernstfall kommt es jedoch nicht nur auf die einwandfreie technische Funktionalität an. Genauso darf man erwarten, dass es die Leitstelle versteht, professionell und sensibel mit der Situation umzugehen. Die Mitarbeiter dort sollten auf Gefahren- und Krisensituationen bestens geschult und in der Lage sein, die Eingeschlossenen während der Wartezeit psychologisch zu betreuen – Kompetenzen, auf die man im Notfall nicht verzichten sollte. Die alarmierten Aufzugstechniker bzw. Interventionskräfte sorgen dann binnen kurzer Zeit vor Ort dafür, dass steckengebliebene Personen zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher befreit werden.
Dienstleistungspaket mit Hardware
Das Bosch Communication Center bietet mit renommierten Partnern, wie beispielsweise dem Hersteller von Sicherheitsschaltgeräten und -systemen, SafeLine, sowie dem Mobilfunkbetreiber Vodafone eine zuverlässige Gesamtlösung an. Darin enthalten sind die Mobilfunkkarte, die Aufschaltung zur Sicherheitsleitstelle und eine entsprechende Hardwarekomponente. Diese ermöglicht nicht nur eine schnelle und zuverlässige Hilfe für eingeschlossene Personen, sondern spart Kosten und steht dem Betreiber als Rundumpaket zur Verfügung. Wer die Anschaffungskosten senken möchte oder die Möglichkeit der Abrechnung über die Betriebskosten benötigt, kann das Paket auch für fünf Jahre anmieten. Alternativ sind die Hardware- Komponenten auch einzeln erhältlich und können individuell auf die Bedürfnisse angepasst werden.
Bosch Communication Center
1985 als Sicherheitsleitstelle zur Überwachung von Personen, Gebäuden und technischen Anlagen gegründet, hat sich das Bosch Communication Center mit mehr als 90 000 überwachten Objekten zu einer der größten privaten Leitstellenorganisationen in Deutschland und damit zu einem der größten Dienstleister im Bereich Security & Safety entwickelt. Als Partner für Aufzugnotruf bietet Bosch herstellerübergreifende Sicherheit. Die Komplettlösungen reichen von der Beratung und Schulung über den Verkauf von Hardware und deren Installation bis zu Service, der Aufschaltung auf eigene Leitstellen sowie bundesweit flächendeckende Intervention. Durch die Zusammenarbeit mit rund 180 Interventionspartnern verfügt das Communication Center über ein reaktionsschnelles Netzwerk, das im Alarmfall direkt vor Ort ist.
Mehr als 4000 Mitarbeiter an 16 Standorten in neun Ländern übernehmen und optimieren die Geschäftsprozesse der Kunden des Bosch Communication Center. Basierend auf internationalen Qualitätsstandards werden durch das Bündeln von Prozessen signifikante Synergie- und Effizienzpotenziale für die Auftraggeber aus unterschiedlichen Branchen erschlossen und Business Process Outsourcing-Lösungen angeboten. Kompetenz, Flexibilität und Internationalität unserer Mitarbeiter machen das Bosch Communication Center zum idealen Partner für die Durchführung komplexer, länderübergreifender BPO-Projekte.

4/2010