Ausgabe 4/2010


07/01/10

Aufzugssymposium und Messe in Izmir


Izmir als drittgrößte Stadt der Türkei und die Ägäische Region leisten einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftsleistung der Türkei mit mehr als 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Rund 312 000 Industrieunternehmen haben ihren Sitz in der Region mit insgesamt 1,5 Mio. Beschäftigten. Der Großraum Izmir ist das wirtschaftliche Zentrum der Region. Wichtige Produktbereiche sind u.a. ölraffinierte Produkte, Lebensmittel, Textilien, Eisen und Stahl, elektrische Ausrüstungen, chemische Produkte, Tabak und Marmor. Ausländische Investoren finden dort viele Optionen z. B. in den Sektoren erneuerbare Energien , Verkehrsinfrastruktur, Tourismus und Gesundheit.

Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 4/2010
Erstellt von: Editor

Im Herbst 2008 wurde die Türkei jedoch von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise erfasst. Erstmals nach 27 Quartalen positiven Wachstums, rutschte die Türkei im letzten Quartal des Jahres 2008 in den Minusbereich (–6,2 Prozent). Im Gesamtjahr 2008 lag das Wirtschaftswachstum bei real 0,9 Prozent und damit weit unter dem von der Regierung Anfang des Jahres gesetzten Ziel von 4 Prozent. In den ersten neun Monaten in 2009 schrumpfte die türkische Volkswirtschaft um 8,4 Prozent; die BIP-Schätzung für das Gesamtjahr 2009 liegt bei – 6 Prozent. Bereits seit dem zweiten Halbjahr 2009 ist allerdings ein leichter konjunktureller Aufschwung zu verspüren, der sich insbesondere auf die Kapazitätsauslastung der Industrie und den Außenhandel auswirkt. Für 2010 rechnet die Regierung bereits wieder mit einem Plus von 3,5 Prozent.

Vom 21.–23. Mai 2010 fand auf dem Kulturpark- Messegelände in Izmir die Aufzugs- und Technologie-Messe INELEX 2010 in Verbindung mit dem Aufzugssymposium statt. Die Messe wurde von EFOR Messe Organisation veranstaltet und das Symposium von der TMMOB, dem Dachverband der Architekten- und Ingenieurkammer in der Türkei.
An der Messe nahmen rund 100 Aussteller teil, wobei der größte Teil türkische Aussteller waren. Aber es haben sich auch internationale Firmen beteiligt, u. a. Step Sigriner, SafeLine, Strack, Swiss Traction und Sicor. Einige internationale Unternehmen haben aber auch türkische Niederlassungen, wie z. B. Draka und Sematic.
An dem Aufzugssymposium nahmen etwa 1000 Personen teil, von denen 603 registrierte Delegierte waren.
Das Symposium wurde durch 14 Institutionen und Organisationen unterstützt und es fanden neben 27 Vorträgen auch eine Diskussionsrunde, 3 Workshops, 5 Kurse sowie ein Lehrgang mit dem Titel „Sichere Nutzung von Aufzügen und Fahrtreppen” zur Förderung des Bewusstseins von Kindern im Grundschulalter statt.
In den Vorträgen des Symposiums, das unter dem Motto „Energie-Effizienz in Aufzügen” organisiert wurde, wurde ein Umfeld geschaffen, in dem Originalinformationen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Gesetzgebung, Ausbildung und Anwendung sowie bereichsspezifische und akademische Studien zu wissenschaftlichen, technischen und F&E-Themen im Bereich Aufzüge mitgeteilt wurden.
In der Diskussionsrunde mit dem Titel „Vorschläge zu Energie-Effizienzanwendungen und zur Schaffung von Gesetzen im Bereich Aufzüge”, die im Rahmen des Symposiums stattfand, wurde unter Teilnahme der Vertreter des Forschungszentrums Tubitak Marmara, dem Verband der Elektroingenieure sowie der türkischen Lift Platform das Thema detailliert diskutiert und Vorschläge erörtert.
Die Themen „Verbesserung vorhandener Aufzugsanlagen und ihrer Sicherheit”, „Wertsteigerung der Gebäude durch Aufzüge” und „Aufzugstechnik” wurden detailliert unter Teilnahme aller interessierten Parteien diskutiert, die durchgeführten Arbeiten und Anwendungen mit den Teilnehmern erörtert und neue Meinungen und Vorschläge in den drei Workshops dieses Symposiums vertieft.
Auch wenn bestimmte Neuerungen bei der Auslegung und beim Betrieb von Gebäuden durch das Gesetz zur Energie- Effizienz und durch die Verordnungen zur Energieleistung von Gebäuden eingeführt wurden, ist man mit den gesetzlichen Regelungen zu diesem Thema noch nicht durch. Der Verband der Elektroingenieure und der Verband der Maschinenbauingenieure haben sich in ihren jeweiligen Spezialgebieten von Anfang an allen Arbeiten zur Schaffung eines gesetzlichen Rahmens beteiligt. Über die EPB-Verordnung wird für Gebäude bald ein Energiepass eingeführt. In diesem Gesetz fehlt jedoch eine Regelung bezüglich des Energieverbrauchs von Aufzugsanlagen, die es dem Monteur ermöglicht, die Energieklasse für die verschiedenen Anwendungen zu erkennen.
Auch wenn die Erstinvestitionen für die Technik und Ausrüstungen zur Sicherung einer Energie-Effizienz von Aufzugsanlagen recht hoch sind, verlieren diese Kosten an Bedeutung, wenn man die Energieeinsparung betrachtet, die im Laufe der Standzeit einer Aufzugsanlage erzielt werden kann. Weil jedoch die Investoren und nicht die Betreiber die Entscheidung für die Gebäude treffen, wird eine solche Entscheidung zu Gunsten effizienter und teurer Anlagen nicht leicht erfolgen. Aus diesem Grund wurde empfohlen, gesetzliche Strafen einzuführen, um die Anlagen mit hoher Effizienz zu fördern und diese mit geringer Effizienz zu verdrängen.
Auch wenn die Zahl je nach den Gebäudeeigenschaften variieren kann, ist die Aufzugsanlage für durchschnittlich 1,5 Prozent des gesamten Energieverbrauchs eines Gebäudes verantwortlich. Es wurde betont, dass eine wesentliche Verbesserung der Energie-Effizienz durch die Anlagen erzielt wird, die mit der neuesten Technik entwickelt und hergestellt wurden, und es möglich ist, die Effizienz noch weiter durch die Auswahl der für die Verkehrsströme eines Gebäudes geeigneten Anlagen zu steigern. Andere Vorträge beschäftigten sich mit den Themen Seilsysteme und ihre Anwendung in der Türkei – Aufzugsunfälle, Vorsorgemaßnahmen und Inspektionen – Getriebelose Antriebstechnologien und deren Anwendungen – Gleichlaufteleskopzylinder bei Hydraulikaufzügen – Intelligente Systemtechnologien für Hydraulikaufzüge.
Die Aufzugsbranche in der Türkei ist ein schnellwachsender Herstellungsmarkt ge - worden, der sehr viel exportiert. Man will sich zukünftig mehr mit der Forschung und Entwicklung beschäftigen, um auf dem internationalen Markt bestehen zu können. Es sollte Aufgabe des Staates sein diese Entwicklung zu fördern.
Die Teilnehmer am Symposium besuchten auch die Ausstellung Aufzüge und Aufzugstechnik, die gleichzeitig mit dem Symposium eingerichtet wurde, um die Möglichkeit zu bieten, sich neue Produkte und neue Techniken anzusehen.
Alles in allem war es wieder eine sehr interessante Veranstaltung und wir sind gespannt auf 2012.
4/2010