Ausgabe 2/2005


03/01/05

European Lift Congress Heilbronn – 28. + 29. Juni 2005


Der „European Lift Congress Heilbronn“ wird in wenigen Monaten das erste Mal am 28. + 29. Juni 2005 in Heilbronn stattfinden. In einigen Fachzeitschriften sowie über verschiedene Organisationen wurde der Kongress bereits Ende 2004 angekündigt. In der Zwischenzeit konnten die Vorbereitungsarbeiten vorangetrieben und das endgültige Programm zusammengestellt werden. Die Technische Akademie Heilbronn sowie die an der Organisation des Kongresses beteiligten Personen freuen sich, den Teilnehmern ein interessantes Programm (Tabellen 1 und 2) mit hochrangigen Referenten präsentieren zu können. Auch dank der ideellen Unterstützung durch die European Lift Association ELA, die Europäische Vereinigung der Prüforganisationen CEOC, den beiden deutschen Herstellerverbänden VDMA und VFA sowie dem Verband der Technischen Überwachungsvereine VdTÜV verspricht der Kongress ein voller Erfolg zu werden.

Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 2/2005
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Die Begrüßung der Teilnehmer zu Beginn des Kongresses übernehmen Prof. Georg Clauß (Geschäftsführer der Technischen Akademie Heilbronn), Prof. Gerhard Peter (Rektor der Hochschule Heilbronn), Helmut Himmelsbach (Oberbürgermeister von Heilbronn) sowie Luc Rivet (Generalsekretär der European Lift Association ELA). Die Eröffnung des Kongresses und die Einführung in die Fachthemen erfolgt durch Dr. Gerhard Schiffner (STC Lift Consulting, Deutschland), der auch den Kongress konzeptionell vorbereitet und die fachliche Leitung übernommen hat. Harald Riekeles (VDMA, Deutschland) erläutert im ersten Fachvortrag die Grundsätze der europäischen Regelungen. Riekeles war bis Ende 2004 Berichterstatter der CEN und in dieser Funktion u.a. auch für die korrekte Umsetzung der Europäischen Richtlinien in Europäische Normen mit verantwortlich. Er wird auf die wesentlichen Elemente der Richtlinien nach dem neuen Ansatz, das Zusammenspiel dieser Richtlinien mit harmonisierten Normen sowie auf die Verfahren bei der Entstehung und Überarbeitung Europäischer Richtlinien eingehen.
 
Über die wesentlichen Inhalte und Anwendungsbereiche der für Aufzüge relevanten Richtlinien sowie aktuelle Fragen und Überarbeitungen dieser Richtlinien wird Ian Fraser (Europäische Kommission – DG Unternehmen und Industrie) informieren. Er ist innerhalb der Kommission der zuständige Beamte für die Aufzugsrichtlinie. Fraser wird den aktuellen Stand der Überarbeitung der Maschinenrichtlinie darlegen, in der auch die Abgrenzung zur Aufzugsrichtlinie geändert und zusätzliche Mindestanforderungen für Aufzüge unter der Maschinenrichtlinie festgelegt werden sollen, sowie über die Vorbereitung eines Leitfadens zur Aufzugsrichtlinie und die Möglichkeit einer Überarbeitung der Aufzugsrichtlinie berichten. In dem ersten Innovationsbeitrag wird Jochen Müller (ThyssenKrupp Aufzüge, Deutschland) den neuen triebwerksraumlosen Aufzug „Spirit“ vorstellen, der sich insbesondere durch seine optimierten Schachtabmessungen auszeichnet.
 
Boguslav Piasecki (Urzad Dozoru Technicznego, Polen) wird auf die Umsetzung der Europäischen Regelungen in den neuen Mitgliedsstaaten in den neuen EU Mitgliedsstaaten anhand des Beispiels Polen eingehen. Als Vertreter einer benannten Stelle hat er die Einführung der im Mai 2004 in Kraft getretenen Regelungen begleitet und kennt die Probleme in der täglichen Anwendung. Der Koordinierung der benannten Stellen in Europa kommt eine wichtige Bedeutung bei der Umsetzung europäischer Regelungen zu. Frank Tegel (Liftinstituut, Niederlande), der Vorsitzende der Koordinierung der benannten Stellen unter der Aufzugsrichtlinie NB-L wird einen Überblick über die Organisation und Arbeitsweise dieser Gruppe, der von ihr erarbeiteten Verfahrensempfehlungen sowie über aktuelle Themen aus den letzten Sitzungen geben.
 
Pierre Bianchini (Kone, Belgien) wird die Organisation des Technischen Komitees CEN/TC 10 erläutern, das für alle Europäischen Normen für Aufzüge und Fahrtreppen verantwortlich ist und deren Vorsitzender er ist. Er wird einen Einblick in die wesentlichen Inhalte der Normen für Aufzüge und den Stand der Weiterentwicklung der Normenreihe EN 81 vermitteln und erläutern, wie der Prozess bei der Erarbeitung einer neuen Norm abläuft. Dr. Horst Ermer (Mistral BST, Schweiz) zeigt in einem weiteren Innovationsbeitrag Möglichkeiten auf, den Aufzugsschacht im Brandfall rauchfrei zu halten. Anhand von praktischen Versuchen mit nachgestellten Bränden wird vorgeführt, wie die Überdruckbelüftung zur Verdrängung von Rauch in geschützten Bereichen eingesetzt werden kann.
 
Der Vormittag des zweiten Tages konzentriert sich auf die Vorstellung neuer und in Vorbereitung stehender Normen. Giovanni Varisco (ECD Lift, Italien), der in vielen europäischen Normungsgruppen auch als Vorsitzender aktiv ist, wird neue Normen für Aufzüge, die kurz vor der Veröffentlichung stehen, vorstellen und deren wesentliche Inhalte und Konzepte erläutern. Christian de Mas Latrie (Otis, Frankreich), der ebenfalls in vielen europäischen Arbeitsgruppen aktiv beteiligt ist, wird auf weitere noch in Vorbereitung stehende Normen eingehen, die als Entwurfsfassungen vorliegen und in den nächsten Jahren veröffentlicht werden. Zwischen den beiden Vorträgen wird in dem dritten Innovationsbeitrag gezeigt, wie neue Normen in technischen Innovationen umgesetzt werden. Das modulare Schachtinformationssystem „MOSIS“, über das Enrico Marchesi (Schindler, Schweiz) berichten wird, ist ein gutes Beispiel hierfür.
 
Der letzte Teil des Programms befasst sich mit der Sicherheit von bestehenden Aufzügen in Europa. Michael Savage (Schindler, Großbritannien) wird die Regeln und Verfahren der EN 81-80 erklären, die auch unter dem Namen SNEL eine wesentliche Rolle bei den nationalen Bestrebungen zur Erhöhung der Sicherheit bestehender Aufzüge spielt. Savage ist Vorsitzender der europäischen Arbeitsgruppe, in der die EN 81-80 erarbeitet wurde, sowie Mitglied und teilweise Vorsitzender vieler anderer CEN- und ISO-Gruppen. Luc Rivet (ELA, Belgien) wird über die verschiedenen Verfahren zur nationalen Umsetzung der SNEL in den einzelnen Mitgliedsstaaten informieren und damit einen Überblick über die Erhöhung der Sicherheit bestehender Aufzüge in Europa geben. In dem letzten Innovationsbeitrag wird Luciano Faletto (S.A.L.A. Consulting, Italien) eine neue Antriebsmaschine für triebwerksraumlose Aufzüge beschreiben, die sich besonders durch eine verbesserte Zugänglichkeit für die Wartung und Notbefreiung kennzeichnet.
 
Die Vorträge werden vorwiegend in Englisch gehalten, sie werden aber ebenso wie die anschließenden Diskussionen simultan übersetzt. Der Kongress richtet sich an Betreiber, Behörden, Hersteller, Planer, Prüforganisationen und alle anderen interessierten Kreise, die mit Aufzügen und den für sie relevanten Vorschriften zu tun haben. Die Nähe Deutschlands zu den neuen Mitgliedsstaaten in Osteuropa bietet insbesondere Teilnehmern aus diesen Ländern eine gute Gelegenheit an der Veranstaltung teilzunehmen. Teilnehmern aus den neuen EU Mitgliedsstaaten sowie den Kandidatenländern wird eine reduzierte Teilnahmegebühr angeboten. Die begleitende Ausstellung ermöglicht es den Teilnehmern, sich in den Pausen über innovative Aufzugskomponenten zu informieren. Nicht zuletzt werden die Kontakte und Gespräche in den Pausen und in der gemeinsamen Abendveranstaltung helfen, die noch offen gebliebenen Punkte zu klären.
 
Die Veranstaltung findet in der Hochschule Heilbronn statt, der die Technische Akademie Heilbronn e. V. angegliedert ist. Heilbronn ist ein regionales Zentrum im Süden Deutschlands zwischen Frankfurt und Stuttgart. Die Stadt und ihre Umgebung sind geprägt von KFZ- und Zulieferindustrie und stellen ein wichtiges Handelszentrum dar. Heilbronn liegt in einem der größten Weinanbaugebiete Deutschlands. Die nähere Umgebung bietet reichliche Möglichkeiten für Ausflüge und Besichtigungen.
 
Informationen zum Kongress:
www.fh-heilbronn.de/TAH
 
Informationen zum Fremdenverkehr in Heilbronn:
www.heilbronn-marketing.de
Informationen zur Wirtschaftsregion:
www.heilbronn-franken.de
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