Ausgabe 3/2005
05/01/05
MEEES – Dubai, 14. bis 17. März 2005

Dubai – Arabien – Tausendundeine Nacht: Bilder die jedem durch den Kopf gehen, wenn er daran denkt. Zweifellos ist Dubai ein Ort an dem gegenwärtig ungeheure Dinge geschehen: ein Investitionsschub mit Sogeffekt für den ganzen Nahen Osten. Wolkenkratzer in den Dimensionen des Baubooms in Shanghai sprießen aus der Erde; achtspurige Autobahnen durchpflügen die trockene Wüste, während links und rechts bereits neue Baugebiete ausgewiesen sind. Wohnungen in den neuen Apartmenttürmen mit Blick zum blau-grünen Meer sind schon vor Baubeginn restlos ausverkauft, so wie die Neuemissionen von Aktien an der Börse von Dubai zehn- bis zwanzigfach überzeichnet sind.
Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 3/2005
Erstellt von: Editor
Das ist ein Eldorado für Baufirmen und Bauzulieferer wie auch für Aufzugfirmen, möchte man meinen. Der zweite Boom nach den siebziger/achtziger Jahren hat jedoch einen weit internationaleren Hintergrund als damals: die Fachkräfte kommen nicht mehr ausschließlich aus Europa und den USA, sondern aus der Region, mehrheitlich vom indischen Subkontinent. Deutsche Baufirmen sucht man vergeblich, dafür ist Asien überproportional vertreten. Wo einst Deutsche den Vertikaltransport in den ersten Gründerjahren des Ölbooms beherrschten, hat Japan, Korea und China Einzug gehalten.
Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die Middle East Elevator and Escalator Show (MEEES) zu sehen, als „East meets West“ in Dubai. Die Veranstaltung fand zum dritten Mal in Halle 1 des Dubai Exhibition Centre statt. Die „Messe“ litt an einer im Vergleich zur vorangegangenen Veranstaltung reduzierten Ausstellerzahl, es fehlten zumal fast alle multinationalen Aufzugfirmen, die zuvor Wegbereiter der Messe gewesen waren. Die Besucherzahl lag bei geschätzten 800–1000 Personen über die vier Tage der Veranstaltung, womit die Aussteller vielleicht gerechnet aber auf mehr gehofft hatten. Auch der Besuch aus den benachbarten Regionen hielt sich in Grenzen.

Dubai und die ganzen VAE sind ein Markt für komplette Aufzüge, Komponenten werden noch nicht benötigt, da eine entsprechende Produktion von Aufzügen oder mittelständische Firmen mit Engineeringkapazität vor Ort fehlen. Schon aus diesem Grund ist die Zukunft der MEEES in 2007 mit einem Fragezeichen zu versehen, wenn die diesmal teilnehmenden Komponentenhersteller gegebenenfalls der nächsten Messe fernbleiben.
Anders als die interlift sind die Zielgruppen der MEEES die Architekten, beratende Ingenieure und die Baufirmen selbst. Als Messeteilnehmer sind also die Multinationalen oder diejenigen Aufzugfirmen gefragt, welche komplette Aufzüge in die Region bereits exportieren oder ein solches Ziel in Zukunft verfolgen.
Fazit: Der Platz ist im Aufzugsektor bereits gut besetzt, der Bedarf steigend, was dem Newcomer die Gelegenheit bietet noch schnell einzusteigen. Gesetzliche Restriktionen sind nicht vorhanden, neben der EN 81 gelten JAS und ANSI als akzeptierte Standards. Vielleicht ist die Region für manchen größeren Mittelständler in Deutschland der Ausweg aus der Stagnation in Europa.
Stephan Kretzschmar

3/2005


