Ausgabe 4/2005


07/01/05

Russische Verhältnisse


Lift Expo Russia, 18. bis 21. Mai 2005, Moskau

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Vor zwei Jahren hatte eine Handvoll VFA-Mitglieder den Sprung ins kalte Wasser gewagt und an der ersten LIFT EXPO Russia teilgenommen. In 2005 war es schon nicht mehr eine Handvoll, sondern eine stattliche Zahl. Neben der Sprache und den kyrillischen Buchstaben ist Moskau eine ganz normale Großstadt dieser globalisierten Welt, genauso teuer wie Tokio und mit dem gleichen Verkehrschaos wie London. Was macht dann das Besondere an Moskau und Russland aus? Es ist der Nachholbedarf der Menschen, die nach 80 Jahren Diktatur des Proletariats die eigene Freiheit und deren Möglichkeiten entdecken.

Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 4/2005
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Angesagt ist, Wohlstand zu erlangen und dem Beispiel des „goldenen Westens“ nachzueifern, sicherlich mit all den Fehlern und Problemen, die wir selbst aus unserer Vergangenheit kennen. Dennoch, die Stadt und das Land besitzen enorme Potentiale zur Entwicklung, welche auch denjenigen deutschen Firmen zugute kommen können, die bereit sind, sich mit der Mentalität und den Umständen zu beschäftigen. Wenn der knallharte Geschäftspartner abends sentimental wird, ist das keine Überraschung, die russische Seele lebt seit langem mit Widersprüchen. Ich würde mich für 2007 über eine noch größere Teilnahme an Mitgliedern freuen, denn der russische Markt entwickelt sich wirklich zu einem Testfall der globalisierten Welt, zu einem „ost-westlicher Diwan“ wie ihn der große deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe meinte. In diesem Sinne wünsche ich allen Mitgliedern die teilgenommen haben „gute Geschäfte“ und jenen die noch zögern, den Mut zum ersten Schritt.
Stephan Kretzschmar
VFA-Interlift e. V.
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Vom 18. bis 21. Mai 2005 fand in Moskau die zweite Elevator Expo statt. Die Messe hat in einem Pavillon des „All-Russian Exhibition Centre“ stattgefunden, eingebettet in einem Park, der derzeit renoviert und hergerichtet wird.
 
Die Baubranche boomt derzeit in Moskau, am Moskwa-Fluss wird ein Geschäftszentrum aus dem Boden gestampft, das schon „Manhattan an der Moskwa“ getauft wurde. Das Investitionsvolumen an den 15 Bauplätzen liegt Moskaus Bürgermeister Jurij Luschkow zufolge bei zwölf Mrd. Dollar. Noch ist Geld genug da, um die Baupläne zu verwirklichen.
 
Insgesamt boten auf der Lift Expo ca. 150 Aussteller den Besuchern ihre Produkte oder Dienstleistungen rund um die Aufzugsindustrie an. Die Qualität der Besucher war sehr gut, die meisten informierten sich explizit und die geführten Gespräche wurden von den Ausstellern als positiv eingestuft. Die von anderen Ausstellungen und Messen bekannten Goodies-Sammler fehlten diesmal völlig.
 
Der Ausstellung ging eine gut besuchte Conference vom 16. bis 17. Mai voraus. Die Eröffnung wurde von zahlreichen Würdenträgern der russischen Aufzugsindustrie und der Stadt Moskau durchgeführt. F. A. Lyachin, der Kopf des Organisationskomitees und Präsident des russischen Aufzugsverbandes begrüßte auf einem Rundgang ebenfalls die Teilnehmer des Gemeinschaftsstandes.
 
Am vorletzten Ausstellungstag bekam jeder Aussteller in einer feierlichen Zeremonie eine Urkunde und eine Plakette, einige verdiente Unternehmen wurden nochmals gesondert gewürdigt. Jury V. Orlovsky, der technische Direktor des russischen Aufzugsverbandes, stand den Teilnehmern jederzeit hilfreich zur Seite.
 
Man würde sich zukünftig auf einer derart internationalen Ausstellung auch ein wenig mehr Internationalität in den organisatorischen Belangen wünschen. Aber die Messeorganisatoren werden dies sicherlich berücksichtigen und ändern.
 
Die Sprachbarrieren sind derzeit noch hoch, zwar beherschten einige Fachbesucher und Aussteller die deutsche oder englische Sprache, aber für geschäftliche Verhandlungen oder technische Erklärungen waren doch die kompetenten und freundlichen Dolmetscher gefragt.
 
Am deutschen Gemeinschaftsstand nahmen die Firmen Alpha Getriebebau GmbH, AFAG, Bode Components GmbH, Eden-Design GmbH, Elevator Trading GmbH, Grama Blend GmbH, Henning GmbH, Lift-Journal, Lift-Report, LM, Liftmaterial, Weber Lifttechnik GmbH, Metallschneider SKG Lifts und der VFA teil.
 
Andere deutsche und westeuropäische Unternehmen stellten alleine oder mit ihren russischen Partnern aus. Hierzu gehörten bekannte Firmen wie die ALGI GmbH & Co. KG, die Wittur AG, Fermator, Kleemann um nur einige zu nennen.
 
Das Echo der Teilnehmer des Gemeinschaftsstandes war sehr positiv, auch wenn die Zeit für manche der ausgestellten Produkte noch nicht reif erscheint, so zeigte man doch Präsenz und erntete großes Interesse der Fachbesucher.
 
Dem Wunsch von Stephan Kretzschmar nach einer größeren Teilnahme an der nächsten Lift Expo in Moskau kann man sich an dieser Stelle anschließen.
 
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4/2005