Ausgabe 5/2005
09/01/05
Der VFA, ein Verband mit stetig wachsender Bedeutung
Werner Köpff
Der VFA-INTERLIFT e. V. wurde 1987 als Verein zur Förderung der Anwendung von Aufzügen und Fahrtreppen (seit 1995 VFA-INTERLIFT, Verband für Aufzugstechnik) gegründet. Als Ziel hatten die 11 Gründungsmitglieder „die Förderung der Anwendung von Einrichtungen zur Personenbeförderung“ definiert. Das Interesse an Aufzügen und allen damit verbundenen Möglichkeiten einer komfortablen und modernen Transportmöglichkeit für Personen in allen Lebenslagen sollte einer breiten Bevölkerungsschicht nahe gebracht werden.
Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 5/2005
Erstellt von: Editor
Die Initiative ging u. a. vom Mittelstand aus. Komponentenhersteller und -fachhändler sowie Aufzughersteller gründeten eine Plattform um die gemeinsamen Interessen gebündelt wahrnehmen zu können.
Mit dem VFA ist eine Organisation für den Mittelstand entstanden, von der aus Markt aktivierende und fachinformative Initiativen einerseits und Benutzer aufklärende Impulse und Engagements andererseits ausgehen.
Eine der ersten großen Aufgaben des neu gegründeten VFA war, die 1988 in München geplante internationale Fachmesse interlift, mit Kongress fachlich beratend und aktiv zu unterstützen. Die Veranstaltung wurde zu einem großen Erfolg und damit die Bestätigung für die Wichtigkeit eines solchen Forums. Daraus entstand das klare Ziel des VFA die interlift zu einer Fachmesse mit Weltgeltung zu entwickeln.

Voraussetzung dafür war, der Messe einen festen Standort zu geben und die Durchführung einer professionellen und leistungsfähigen Messegesellschaft zu übertragen. Mit der AFAG- Ausstellungsgesellschaft mbH Nürnberg-Augsburg wurde der ideale Partner gefunden und das Ziel in vollem Umfang erreicht. Seit 1991 fand die interlift in Augsburg nun schon sechsmal statt. Von jeder interlift konnten die Veranstalter gegenüber der vorausgegangenen Messe neue Rekorde in Aussteller- und -Besucherzahl melden. Schon heute zeichnet sich ab, dass die in diesem Jahr vom 18. bis 21. Oktober stattfindende interlift, die bisherigen Rekorde erneut übertrifft. Die interlift ist die weltweit bedeutendste Aufzugs-Fachmesse. Der VFA übt über Vorstand und Messebeirat maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung dieser Veranstaltung aus.
Gleichwohl der interlift als Fachmesse eine hohe Bedeutung zur Realisierung der Satzungsziele des VFA „Förderung und Verbreitung von Erkenntnissen auf den Gebieten der Anwendung von Aufzügen“. zukommt, ist damit nur ein Teil der Verbandsziele erfüllt. Ein Mitglied erwartet berechtigtermaßen deutlich mehr. Dem hat der Verband in sofern Rechnung getragen, als der Service und die Unterstützung mit Informationen für die Mitglieder, im Laufe der Jahre, konsequent ausgebaut wurde.
Im Zuge der Globalisierung der Märkte wurde auch für den Mittelstand die internationale Ausrichtung eine bedeutsame Komponente. Neue Märkte waren und sind zu erschließen. Als wichtiges Marketinginstrument erweist sich dazu die Beteiligung an Fachmessen auf der ganzen Welt. Der VFA hat auch dieses Thema aufgegriffen.
Seit 1995 bietet der Verband seinen Mitgliedern die Möglichkeit, über Gemeinschaftsstände an Aufzugsfachmessen in unterschiedlichsten Regionen teilzunehmen. Eine sehr preiswerte und für die Teilnehmer wenig aufwändige Möglichkeit, sich zu präsentieren, erste Kontakte zu knüpfen und sich einen Überblick über die jeweiligen Besonderheiten des Marktes zu verschaffen. (Bsp. Türkei, USA, China, Italien, Russland ...)

Seit Gründung ist der VFA bestrebt, die Verbandsziele „Herstellung und Pflege von Kontakten zu anderen einschlägigen Fachorganisationen im In- und Ausland, Herstellung, Förderung und Pflege von Kontakten zur einschlägigen Fachpresse im In-und Ausland, Mitwirkung in nationalen und internationalen Gremien, die sich mit der Erarbeitung und Fortschreibung von für die Aufzugtechnik bedeutsamen Fragen befassen“ zu erfüllen. Dies ist in großem Umfang gelungen.
Der VFA vertritt inzwischen die Mitgliederinteressen in einflussreichen nationalen und europäischen Gremien. Er hat u. a. einen Sitz im Board der ELA (European Lift Association) so wie den Vorsitz im ELA Component Committee. Der VFA ist als der deutsche Verband für Aufzugstechnik im Ausland als solcher anerkannt und geschätzt. Die Zusammenarbeit mit internationalen Verbänden wie der britischen LEIA, (Lift and Escalator Industry Association) der französischen AFA (Association Francaise pour l’Ascenseur), der spanischen FEEDA, (Federacion Empresarial Espanola de Ascensores) und AECAE (Asociacion Espanola de Empresas de Componentes para Aparatos Elevatores), der italienischen Verbände ANACAM (Associazione Nazionale Imprese di Costruzione e Manutenzione Ascensori) und ANICA (Associazione Nazionale delle Industrie di Componenti per Ascensori), der nordamerikanischen NAEC (National Association of Elevator Contractors) und der chinesischen CEA (China Elevator Association), bezeugt eindrucksvoll die inzwischen vom VFA erreichte Position.
Aus Kontakten zu technischen, Überwachungsorganisationen, Berufsgenossenschaften, VDI, Medien u.v.a. erwachsen detaillierte Informationen aus erster Hand.
Gesetze, Normen, Richtlinien, Vorschriften und Verordnungen in ihrer Vielzahl und die ständigen Änderungen sind für den Einzelnen fast unüberschaubar. Einen aktuellen Stand zu halten sehr schwierig. Der VFA filtert aus der Flut von Informationen die relevanten Neuigkeiten heraus und stellt diese in komprimierter Form den Mitgliedern zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es aktuelle Informationen, mit welchen Änderungen im Zuge der europäischen Harmonisierung und der Globalisierung der Märkte in naher Zukunft zu rechnen ist.
Bekanntermaßen reicht das heute aktuelle Wissen nur über kurze Zeit. Ständige Aufnahme von neuen Informationen ist unabdingbar. Neben den von anderer Seite angebotenen Seminaren bietet der VFA deshalb seit einigen Jahren auch hierzu ein interessantes Programm.
Mit der 1993 ins Leben gerufenen VFA- Akademie kommt der Verband seiner Aufgabe zum Thema Schulung und Ausbildung in besonderer Weise nach. Die VFA-Akademie ist zu einer festen Einrichtung geworden die in regelmäßigem Turnus stattfindet. Themen zum Stand der Technik, Erläuterung aktueller Normen und Vorschriften, finden sich ebenso im Seminarprogramm, wie Beiträge zu rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen.
Auch über das Forum der VFA-Akademie, parallel zur interlift, wird aktuelles Wissen weiter gegeben und der Erfahrungsaustausch belebt.
Ab 2005 hat die VFA-Akademie die ideelle Trägerschaft, Unterstützung und Begleitung des von Firma Henning organisierten und vom Lift-Report gesponserten „Schwelmer Symposium“ übernommen. Eine weitere Abrundung der attraktiven Angebotspalette, über die Wissen aus Theorie und Praxis vermittelt wird.
Darüber hinaus fördert der VFA seit Jahren Wochenseminare „Aufzugstechnische Grundlagen“ am Zentrum der Förder- und Aufzugtechnik in Roßwein. Grundwissen der Aufzugtechnik und Innovationen werden hier in verständlicher Form vermittelt.
Innovationen müssen nach außen getragen werden und repräsentieren sich durch Ausstellungen und Messen oder im Internet.
Schon frühzeitig hat der Verband die Vorteile und Möglichkeiten des Internets erkannt und zum Nutzen seiner Mitglieder umgesetzt. Über das eingerichtete Archiv haben die Mitglieder Zugriff auf eine Fülle von relevanten Informationen.
Mit der im Jahr 2000 eingerichteten Normen-Datenbank hat der VFA den Nutzen für seine Mitglieder nochmals deutlich erhöht. Es wurde eine exzellente Möglichkeit für Mitglieder geschaffen, die relevanten, im Netz abgelegten Normen im Volltext oder Erläuterungen dazu online abzurufen.
Veränderungen der Bestimmungen die durch internationale, europäische und nationale Gremien erarbeitet werden, müssen ständig beobachtet werden. Bei den monatlich tausenden von Bewegungen (Neuausgabe, Ergänzung, Änderung, Zurückziehung) ist herauszufiltern, was die Aufzugsbranche betrifft. Diese Aufgabe übernimmt der VFA für seine Mitglieder zu einem erheblichen Teil. Die Daten in der Datenbank werden regelmäßig aktualisiert. Das spart dem Nutzer die Recherche nach dem aktuellen Stand und damit erheblich Zeit und Kosten.
Die Internetseiten dienen den Besuchern auch als Einkaufswegweiser. Sie helfen Fachplanern, Entscheidungsträgern in Architekturbüros und Verwaltung, ihren Partner unter den Aufzugsherstellern oder Servicefirmen komfortabel über die eingerichteten Links zu finden. Sie sind damit ein wertvolles Hilfsmittel. Um dies auf möglichst breiter Basis zu realisieren, hat der VFA seine Mitglieder in den vergangenen Jahren tatkräftig unterstützt, in dem die Einrichtung einer Mini-Homepage gefördert wurde. Firmen, die sich aus Kostengründen nur zögernd dem neuen Medium geöffnet haben, konnten so auf preisgünstigem Wege Ihren Internetauftritt realisieren.
Vor kurzem wurde vom VFA für seine Mitglieder einen weiteren Service eingerichtet. Über das VFA-Büro besteht die Möglichkeit auf einen Expertenpool zuzugreifen. Experten zu verschiedenen Fachthemen stehen zur Beantwortung spezieller Fragen zur Verfügung.
2003 im „Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen (EJMB)“ konzentrierte der VFA seine Öffentlichkeitsarbeit auf das Thema barrierefreier Zugang zu allen Gebäuden. Die vielen Aktionen erreichten ihren Höhepunkt im „Manifest von Augsburg für barrierefreies Planen und Bauen“.
Auf Einladung des VFA verabschiedeten bei der interlift 2003 in Augsburg, drei namhafte Verbände das „Manifest von Augsburg für barrierefreies Planen und Bauen. Zu den Unterzeichnern gehörten der Bundesarbeitskreis für Altbauerneuerung e. V. (BAKA), der Bundesverband Selbsthilfe-Körperbehinderter e. V. (BSK) und der VFA.
Die Erklärung enthält fünf Leitlinien mit konkreten Forderungen zur Umsetzung von Barrierefreiheit in Gebäuden. Darüber hinaus wird der kontinuierliche Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Verbänden festgeschrieben. Das Ziel ist, Barrierefreiheit als Bauplanungsprinzip gesetzlich weiter zu verankern und durchzusetzen. Dabei steht im Mittelpunkt, dass Aufzüge für einen barrierefreien Zugang zu mehrstöckigen Gebäuden unverzichtbar sind.
Mit der Verabschiedung des Manifestes wurde durch die Initiative des VFA ein weiterer Schritt realisiert, das Bewusstsein der Menschen für die Thematik der Barrierefreiheit schärfen.
Aktuell ist vom VFA ein Architektenwettbewerb zum Thema „Bauen im Bestand“ ausgeschrieben. Ein weiterer Beitrag des Verbands, die Aufmerksamkeit und das Bewusstsein in der Öffentlichkeit und insbesondere bei der nachrückenden Planergeneration, für Themen rund um den Aufzug zum Wohle der gesamten Branche zu schärfen.
Die Attraktivität des VFA-INTRLIFT, hat in den Jahren seines Bestehens, stets an Bedeutung für die Branche, insbesondere für den Mittelstand, zugenommen. Immer mehr Fachleute erkennen den Nutzen, einer Mitgliedschaft.
Der im ersten Jahr 30 Mitglieder zählende Verband ist inzwischen zu einer stattlichen Größe von über 130 Mitgliedern angewachsen. Wohl kein anderer Verband ist heute für mittelständische Aufzugshersteller, Komponentenhersteller und -händler, Dienstleistungsunternehmen, Planer, Sachverständige und Institute, national wie auch international, derart bedeutend.
Der VFA-INTERLIFT e. V. hat sich zur Heimat der Aufzugs- und Komponentenhersteller in Deutschland entwickelt. Er wird als der deutsche Verband für Aufzugstechnik im Ausland als solcher anerkannt und geschätzt. Der VFA-INTERLIFT freut sich daher über den regen Gedankenaustausch mit den ausländischen Verbandskollegen, wie der englischen LEIA, der französischen AFA, der spanischen FEEDA und AECAE, der italienischen ANACAM und ANICA sowie nicht zuletzt auch der nordamerikanischen NAEC und der chinesischen CEA.
Die Mitglieder im VFA spiegeln den kompletten Branchenquerschnitt wider. Sie repräsentieren den Stand der Technik und die nächste Generation der Möglichkeiten. Der VFA hat sich stetig weiter entwickelt und das umfassende Informationsangebot und den Service an seine Mitglieder erweitert.
Der aktive, umsichtige Vorstand steht zusammen mit der Geschäftsführung nach wie vor dafür, den hohen Nutzen für seine Mitglieder permanent zu erweitern.
5/2005


