17. und 18. Oktober 2006, TAH Heilbronn
Der „European Lift Congress Heilbronn“ wird am 17. und 18. Oktober 2006 zum zweiten Mal stattfinden. Die Vorbereitungen sind soweit abgeschlossen, dass nachfolgend über das Programm und die wesentlichen Inhalte der Vorträge informiert werden kann. Die Technische Akademie Heilbronn sowie die an der Organisation des Kongresses beteiligten Personen freuen sich, den Teilnehmern auch in diesem Jahr ein attraktives Programm (Tabellen 1 und 2) mit hochrangigen Referenten präsentieren zu können. Auch dank der ideellen Unterstützung durch die European Lift Association ELA, die Europäische Vereinigung der Prüforganisationen CEOC, den beiden deutschen Hersteller verbänden VDMA und VFA sowie dem Verband der Technischen Überwachungsvereine VdTÜV verspricht der Kongress wieder ein voller Erfolg zu werden.
Die Begrüßung der Teilnehmer zu Beginn des Kongresses übernehmen Prof. Georg Clauss (Geschäftsführer der Technischen Akademie Heilbronn), ein Repräsentant der Region Heilbronn sowie Luc Rivet (Generalsekretär der European Lift Association ELA). Die Eröffnung des Kongresses und die Einführung in die Fachthemen erfolgt durch Dr. Gerhard Schiffner (STC Lift Consulting, Deutschland), der auch in diesem Jahr den Kongress konzeptionell vorbereitet und die fachliche Leitung übernommen hat. Der diesjährige Kongress steht unter dem Motto „Innovationen und neue Technologien bei Standardaufzügen“. MRL’s (maschinenraumlose Aufzüge), Aufzüge mit reduzierten Schachtabmessungen sowie Plattformaufzüge für Personen mit reduzierter Beweglichkeit sind die Aufzugsbauarten, die in den letzten Jahren zu gravierenden Marktveränderungen ge - führt haben und auch in naher Zukunft noch die bestimmenden Faktoren im Markt für Standardaufzüge sein werden.

Da Innovationen nicht ohne die Rahmenbedingungen möglich sind, die durch die Europäischen Richtlinien und Normen vorgegeben sind, sollen auch die Aufzugsvorschriften wieder einen angemessenen Teil des Kongresses einnehmen. Für den ersten Fachvortrag konnte auch in diesem Jahr Ian Fraser von der Generaldirektion Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission gewonnen werden, der aus erster Hand über die laufenden Entwicklungen im Bereich der für Aufzüge relevanten Europäischen Richtlinien berichten wird. Er wird insbesondere auf die demnächst abgeschlossene Überarbeitung der Maschinenrichtlinie und die damit verbundene Änderung der Aufzugsrichtlinie sowie auf laufende Diskussionen zur Interpretation und Anwendungder Aufzugsrichtlinie eingehen.
Pierre Bianchini (Kone, Belgien), der Vorsitzende von CEN/TC 10 wird auf neue Normen für Aufzüge, die in den nächsten Jahren noch auf uns zukommen werden, sowie auf die bevorstehende Überarbeitung der beiden Hauptteile EN 81-1 und EN 81-2 eingehen. Insbesondere diese Überarbeitung verlangt in den nächsten Jahren ein starkes Engagement aller verfügbaren Experten, um in den Normen einen neuen Stand der Technik zu definieren und die Sicherheit von Aufzügen in vernünftigen und wirtschaftlichen Grenzen weiter zu erhöhen. Eine weitere wichtige Gruppierung in Europa ist die Koordinierung der benannten Stellen unter der Aufzugsrichtlinie NB-L, deren stellvertretender Vorsitzende Malcolm Miles (Liftcert, Großbritannien) einen Überblick über die aktuellen Themen geben wird. Seit einigen Jahren wird intensiv über die Frage der Arbeitssicherheit insbesondere an neuen Systemen ohne Triebwerksraum diskutiert. Darüber hinaus gibt es immer noch viele offene Punkte, die geklärt und entsprechende Anwendungsempfehlungen erarbeitet werden müssen, um eine abgestimmte und einheitliche Anwendung der Aufzugsrichtlinie sicherzustellen.
Die triebwerksraumlosen Aufzüge feiern in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum. Kone hat im Jahr 1996 die ersten MRL’s auf den Markt gebracht, die inzwischen Stand der Technik sind und den Aufzugsmarkt wesentlich verändert haben. Harri Hakala (Kone, Finnland) wird in seinem Beitrag aufzeigen, wie diese Revolution der Aufzugstechnik losging und was in Zukunft noch zu erwarten ist. Gerade die MRL’s haben in den letzten Jahren viele innovative Lösungen insbesondere im Bereich der Antriebe und Tragmittel hervorgebracht. Pascal Rebillard (Otis, Frankreich) wird über die Vorteile und Erfahrungen mit Riemen als Tragmittel berichten, die in Otis-Aufzügen bereits seit mehr als 5 Jahren im praktischen Einsatz laufen.
Eine weitere Innovation der Aufzugstechnik, die immer stärker vordringt, sind Aufzüge mit reduzierten Abmessungen von Schachtkopf und Schachtgrube. Insbesondere in bestehenden Gebäuden lassen sich die normalen Schachtabmessungen nach EN 81-1/2 nicht immer realisieren. Giovanni Varisco (ELD Lift, Italien) wird über den Normentwurf prEN 81-21 berichten, in dem technische Lösungen zur Absicherung von Schutzräumen bei reduzierten Schachtabmessungen sowie andere Sonderlösungen für bestehende Gebäude festgelegt werden. Diese Lösungen sind erforderlich, wenn auf Grund von baulichen Einschränkungen die normalen Lösungen nach EN 81-1/2 nicht eingesetzt werden können. Wolfgang Adldinger (Wittur, Deutschland) wird Beispiele von Komponenten vorstellen, die in diesen Fällen zur Absicherung der Schutzräume eingesetzt werden können.

Der zweite Tag des Kongresses beginnt mit einem Beitrag von Nenad Popovic (ANP, Deutschland), der die verschiedenen Aufzugssysteme aus der Sichtweise eines Architekten betrachten und auf mögliche Auswirkungen architektonischer Aspekte auf die Aufzugstechnik eingehen wird. Durch die starke Marktdurchdringung der MRL’s ist der Anteil von Hydraulikaufzügen in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Andreas Hunziker (Bucher Hydraulics, Schweiz) wird aufzeigen, dass die hydraulischen Aufzüge dennoch weiterhin ihre Berechtigung haben und die hydraulischen Komponenten „Fit für die Zukunft“ sind. Ebenfalls bedingt durch den Zuwachs bei den MRL’s hat auch der Anteil an getriebelosen Antrieben in Standardaufzügen in den letzten Jahren enorm zugenommen. Roland Hoppenstedt (Ziehl-Abegg, Deutschland) wird erläutern, welche Varianten von Gearless-Antrieben möglich sind und wie diese optimal in triebwerksraumlose Aufzugssysteme eingebunden werden können.
Die demographische Entwicklung in unseren Gesellschaften in Europa sowie der Trend auch im Alter selbstständig zu leben und solange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben zu können, führt zu einer zunehmenden Nachfrage nach einfachen und preiswerten Lösungen für den vertikalen Transport von Personen in Gebäuden. Neben Treppenliften werden zu diesem Zweck besonders Plattformaufzüge nach Maschinenrichtlinie verstärkt angeboten und eingesetzt. Ulf W. Thorn (Cibes Lift, Schweden), der auch Vize-Präsident der European Platform and Stairlift Association (EPSA) ist, wird die Frage diskutieren, ob Plattformaufzüge eine Ergänzung oder ein Ersatz zu normalen Aufzügen sind. Paul Clifton (Stannah Lifts, Großbritannien) wird als Vorsitzender der CEN/TC 10/WG 8 über den Stand und die Inhalte des Normentwurfs prEN 81-41 für Plattformaufzüge berichten und die wesentlichen Unterschiede zu Aufzügen nach EN 81-1/2 aufzeigen. In einem weiteren Beitrag in diesem Block wird Gilberto Crippa (IGV, Italien) Beispiele von Plattformaufzügen nach Maschinenrichtlinie präsentieren und deren technischen Details erklären.
Die beiden letzten Beiträge des Kongresses sind mehr in die Zukunft gerichtet. Philippe Lamalle (Otis, Frankreich), der neben seinem Engagement in Europäischen Gremien auch Vorsitzender der ISO/TC 178 ist, wird die Teilnehmer über die ISO-Aktivitäten zur Aufzugsnormung informieren. Insbesondere das Projekt zur globalen Harmonisierung ist derzeit ein Schwerpunkt, der das Ziel verfolgt, die in den Weltregionen vorhandenen Regelungen und Verfahren für das Inverkehrbringen anzugleichen und ggf. neue Regelungen einzuführen. Damit soll einerseits auch international ein freier Warenverkehr vorbereitet und andererseits der Einsatz innovativer Lösungen in allen Weltregionen ermöglicht werden. Gerhard Thumm (ThyssenKrupp Elevator, Deutschland) wird mit seinem Vortrag über die Verwendung von programmierbaren elektronischen Systemen in elektrischen Sicherheitseinrichtungen (PESSRAL) eine Brücke zum nächsten European Lift Congress schlagen, der sich im Herbst 2008 mit dem Schwerpunktthema Innovationen in der Elektrik und Elektronik von Aufzügen befassen wird.
Alle Vorträge werden wie beim letzten Kongress in Englisch gehalten und simultan ins Deutsche übersetzt. Der Kongress richtet sich an Betreiber, Behörden, Hersteller, Planer, Prüforganisationen und alle anderen interessierten Kreise, die mit Aufzügen und den für sie relevanten Vorschriften zu tun haben. Die begleitende Ausstellung ermöglicht es den Teilnehmern, sich in den Pausen über innovative Aufzugskomponenten und -systeme zu informieren. Nicht zuletzt werden die Kontakte und Gespräche in den Pausen und in der gemeinsamen Abendveranstaltung helfen, die noch offen gebliebenen Punkte zu klären. Die Abendveranstaltung wird in diesem Jahr bei Audi in Neckarsulm in der Nähe von Heilbronn stattfinden, wo die Teilnehmer nach einer Werksbesichtigung bei lokalen Spezialitäten und einem guten Glas Wein darüber fachsimpeln können, wie die Innovationen bei Automobilen auf Aufzüge übertragen werden können.
Informationen zum Kongress: www.hs-heilbronn.de/TAH
Informationen zum Fremdenverkehr in Heilbronn: www.heilbronn-marketing.de