Ausgabe 3/2006
05/01/06
China World Elevator & Escalator Expo ’06 - 18.-21. April in Langfang
Fünf Tage in Langfang

Langfang, wer kannte noch vor einem Jahr den Namen dieser Stadt in China? Seit Abschluss der CWEE (China World Elevator & Escalator Expo) am 21. 4. 2006 hat sich Langfang in das Gedächtnis und die Ohren der weltweiten Aufzugfamilie eingeprägt und steht für den neuen Standort der wichtigsten Aufzugmesse Asiens.
Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 3/2006
Erstellt von: Editor
Sicherlich war nicht alles perfekt, es gibt Potenziale einiges besser zu machen; bewundern wir aber auch den Mut der China Elevator Association (CEA) sich von Peking und Shanghai abzuwenden und völlig auf eigenen Füßen zu stehen.
In diesem Sinne herzlichen Glückwunsch nach Langfang und da vor allem an Zhang Lexiang dem Organisator auf Seiten der CEA und einen Gruß an alle Teilnehmer aus Deutschland (VFA-Gemeinschaftsstand oder selbst organisiert), die den Mut hatten in Langfang mitzumachen.
Stephan Kretzschmar VFA-interlift e. V., Nationales und internationales Messewesen

Laut einer Studie, die Research and Market veröffentlichte entwickelte sich China seit 1980, parallel zur Entwicklung des wirtschaftlichen Wachstums, zum größten Aufzugsmarkt der Welt. Der Bedarf für Aufzugsanlagen stieg seitdem erheblich an und gipfelte im Jahr 2004 mit einem Ausstoß von 80 000 Anlagen.
Trotz der derzeit betriebenen 610 000 Anlagen ist der Bedarf noch weit höher. Um auf Weltniveau zu kommen müssten schätzungsweise weitere 700 000 Anlagen in Betrieb genommen werden. Dieser Boom zieht alle großen Aufzugshersteller der Welt nach China. Die 13 größten Hersteller teilen sich einen Marktanteil von 74 Prozent. Einige einheimische Hersteller wie zum Beispiel Suzhou Jiangnan, Shandong Best, Zhejiang Giant and Dongnan Hydraulic Elevator etc. spielen schon eine bedeutende Rolle auf dem Markt und könnten zukünftig die importierten Produkte ersetzen.

Derzeit verändert sich die Struktur der Aufzugsindustrie in China, während große ausländische Firmen auf den chinesischen Markt drängen und Joint Ventures einführen entwickeln sich einheimische Firmen wie Ningbo Xinda, Ningbo Shenling, Zhangjiagang Runfa, Shanghai Step and Shenyang Bluelight rapide weiter. Die Wichtigkeit des Aufbaus und der Instandhaltung wurde erkannt und der Kundenservice weiter erhöht. Dieser Wandel verbessert die Zuverlässigkeit der Aufzüge und vergrößert die Kundenzufriedenheit. Damit entwickelt sich auch eine langfristige Kundenbindung und somit eine Grundlage für die chinesischen Aufzugsunternehmen. Das technische Know-how und die Produktqualität der chinesischen Aufzüge verbessert sich ständig. Seit das Land 1985 der ISO (International Organization for Standardization) beigetreten ist, strebt die chinesische Aufzugsindustrie die Angleichung an, bzw. übernahm eine Reihe internationaler Standards der Industrieländer. Diese Standards brachten den Herstellern einen Vorteil im inländischen Markt. Es ist ihnen möglich die neuesten Technologien anzubieten und sie konnten so immer mehr Kunden gewinnen und derzeit schrittweise auch auf dem internationalen Markt Fuß fassen.

Die diesjährige Elevator Expo fand auf dem relativ neuen Messegelände in Langfang statt und zeigte das Ergebnis dieser Entwicklungen auf. Das Gelände bietet zum Glück noch weitere Möglichkeiten des Anbaus, denn schon jetzt waren die drei Hallen voll belegt und es musste eine zusätzliche Leichtbauhalle in Anspruch genommen werden.
Insgesamt bot die Messe ca. 35 000 m² Fläche, auf der die ca. 450 Aussteller dem interessierten Publikum ihre Produkte vorstellen konnten.
In der Halle A, in der sich auch der von VFA und AFAG organisierte Gemeinschaftsstand befand, waren ca. 45 Firmen vertreten. In der Halle B, die die größte Fläche (13 000 m²) bot, fand der Besucher die riesigen Stände der „Branchen-Großen“ wie Hitachi, Toshiba, Otis Express, Mitsubishi, Kone, Fujitec usw. Der Geräuschpegel in dieser Halle war „gewöhnungsbedürftig“ und für geschäftliche Verhandlungen und Gespräche eher ungünstig. Am ersten Messetag konnte man schon von einem Wettrüsten sprechen wer den Lautsprecher weiter aufdreht? Ab dem zweiten Messetag verbesserte sich die Situation schlagartig, die Organisatoren sorgten für eine erträgliche Lautstärke der Musik- und Showeinlagen auf den Ständen. In den Hallen C und D fand man eher kleinere Stände. Alle Hallen waren übersichtlich und offen aufgebaut und es war relativ einfach sich dort zurechtzufinden.
Im angrenzenden Kongresszentrum fanden während der Ausstellung 23 Vorträge statt. Auch deutsche Vertreter referierten dort, wie zum Beispiel Lothar Sieber von Drako Drahtseilerei Gustav Kocks GmbH & Co oder Jens Werding von der Wittur System Antriebstechnik Dresden GmbH. Das Echo auf die Vorträge war gut, obwohl man sich etwas mehr Werbung und Information gewünscht hätte um noch mehr Zuhörer für dieses Forum zu gewinnen.
Im Kongresszentrum fanden auch die beiden Abendveranstaltungen statt. Die Galadiner waren begleitet von hochrangigen Vertretern aus Politik, Verbänden und der in- und ausländischen Wirtschaft. Bei beiden Veranstaltungen fanden ca. 400 Personen Platz.
Unter der organisatorischen Leitung des VFA konnte ein deutscher Gemeinschaftsstand teilnehmen. An diesem nahmen die Firmen AFAG, Blain, Böhnke&Partner, Dahl, Eden-Design, Lift-Journal, Langer & Laumann, Lift-Report, Lithos, Chr. Mayr, Ing. teil. Der Stand war sehr günstig positioniert. Einige andere deutsche Firmen, die zum Teil in früheren Jahren ebenfalls auf dem Gemeinschaftsstand ausstellten, traten in diesem Jahr alleine oder in Verbindung mit ihren chinesischen Partnern auf. Die Organisation des Gemeinschaftsstandes war - wie jedesmal - sehr gelungen.

In diesem Jahr war der Zugang zur Messe wesentlich strenger organisiert als bei der vorherigen Veranstaltung in Shanghai. Die Besucherqualität war auf jeden Fall sehr gut und es gab keine „Prospektsammler“. Das Echo der Aussteller auf das hochwertige Publikum war dementsprechend positiv. Es wäre allerdings wünschenswert an den Eingängen bzw. organisatorisch wichtigen Ständen englischsprachige Ansprechpartner zu finden, um eine noch schnellere und problemlosere Abwicklung für ausländische Gäste zu gewährleisten. Sicherlich wird die CEA im Besonderen Zhang Lexiang, der Organisator bei der nächsten Elevator Expo der Internationalität dieser großen Messe noch mehr Rechnung tragen.
Die Entfernung zwischen Beijing und Langfang, und deren Folgen, war ein häufiger anzutreffendes Thema abseits der Aufzugstechnik auf der Messe. Sehr viele Aussteller (auch aus China) waren in Beijing untergebracht, da in Langfang erst Hotelkapazitäten geschaffen werden müssen. Die Fahrt dauerte ca. eine Stunde, dabei ist aber zu bedenken, dass man auch für eine Fahrt innerhalb von Peking sehr schnell diese Zeit benötigt.
Zudem hat die Elevator Expo in China mittlerweile eine Größe erreicht, die ein gut ausgebautes, großes Messegelände benötigt.
Aber auch in diesem Bereich konnte man auf die Hilfe der Messeveranstalter hoffen und vertrauen, von mehreren Hotels der Hauptstadt gab es einen regelmäßigen Busverkehr vom und zum Messegelände hin.
Alles in allem war es eine hervorragende Veranstaltung und ich möchte den Veranstaltern an dieser Stelle herzlich gratulieren, dass ihr Mut und Einsatz Früchte gezeigt hat. Man kann sich schon jetzt auf die Elevator Expo im Jahr 2008 vorbereiten.




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