Ausgabe 4/2006
07/01/06
Elevcon 2006, 20.-22. Juni 2006 in Helsinki
Zum Mittsommer in Helsinki
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Vom 20. bis 22. Juni hatte die IAEE (The international Association of Elevator Engineers) nach Helsinki zur Elevcon 2006 eingeladen.
Kategorie: Fachaufsaetze Ausgabe 4/2006
Erstellt von: Editor


Eröffnet wurde der Elevcon mit einem „Welcome Cocktail“ im Kone Hauptsitz.
Ami Lustig, der Chairman des Kongresses begrüßte dann am 20. Juni die 245 Teilnehmer zum 16. internationalen Elevcon Kongress. Der erste Elevcon Kongress fand 1986 in Nizza statt. In den vergangenen 20 Jahren hat sich ungeheuer viel in der Aufzugstechnik getan und der Elevcon begleitet mit seinen hervorragenden Referaten diese Entwicklung.

Laut einer Studie, die im Januar 2006 veröffentlicht wurde expandiert der weltweite Markt für Aufzüge und Fahrtreppen jährlich um sieben Prozent. Das größte Wachstum im Markt findet in den Entwicklungsgebieten der Welt statt, wie Latein-Amerika, Osteuropa, Asien, Afrika und dem mittleren Osten. Während der letzten beiden Jahrzehnte, seit die IAEE gegründet wurde hat sie der Branche einen hervorragenden Dienst geleistet. Beim Elevcon Congress wurden ca. 450 neue wissenschaftliche Beiträge von führenden Experten der ganzen Welt veröffentlicht.
John Inglis der Präsident der IAEE erinnerte die Anwesenden in seiner Begrüßungsrede an die vergangenen 20 Jahre IAEE und die verschiedenen Elevcon Kongresse in den letzten beiden Jahrzehnten. So fanden sich die internationalen Aufzugsfachleute in Karlsruhe, Rom, Amsterdam, Wien, Barcelona, Zürich, Berlin, Mailand, Istanbul und nun Helsinki ein.

Dr. Pekka Korpinen, Bürgermeister für Stadtplanung und Grundeigentum von Helsinki freute sich, dass ein so bedeutender Kongress in Helsinki stattfindet und wünschte den Teilnehmern viel Erfolg. Im Anschluss begrüßte Dr. Matti Alahuhta, Präsident von KONE die Teilnehmer in der „weißen Stadt des Nordens“ und wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf.

Im ersten Vortrag machte P. Tahkokallio vom STAKES, dem nationalen Forschungs- und Entwicklungszentrum für Sozialwesen und Gesundheit auf die Anforderungen des barrierefreien Bauens aufmerksam und bat die Anwesenden auf eindringliche aber humorvolle Weise diese Bedürfnisse bei der Entwicklung neuer Anlagen zu bedenken.

In diesem Jahr gab es ca. 30 Vorträge und zum ersten Mal eine Postersession mit 13 Beiträgen. Die Autoren der Poster standen zudem in den Pausen den Teilnehmern für Fragen zur Verfügung. Auf die einzelnen Vorträge soll an dieser Stelle nicht intensiv eingegangen werden, die Abstracts wurden im Lift-Report 2-2006 abgedruckt und einzelne Fachbeiträge werden in den nächsten Ausgaben in ganzer Länge veröffentlicht.

Die einzelnen Sessions der drei Tage behandelten die Themen Kontrolle, Platzeinsparung, Fahrkomfort und Betriebssicherheit, Forschung und Entwicklung, Betriebssicherheit, Fahrtreppen und allgemeine Themen. Ein Workshop unter der Leitung von R. D. Peters beschäftigte sich mit der Definition des Begriffes „Wartezeit“.
Am 20. Juni lud Kone die Teilnehmer zu einem zwanglosen Abendessen im High-Rise Cafe Helsinki ein. Man hatte die Möglichkeit auf dem Weg zum Restaurant ein wenig in der Stadt zu schauen, dem nördlichsten Veranstaltungsort des Elevcon Congresses in seiner Geschichte.

Joseph Stier und Ami Lustig berichteten während der Pressekonferenz von den Problemen mit den Hotelkapazitäten zu dieser Zeit. Denn durch die weißen Nächte besuchen viele Touristen die finnische Hauptstadt. Ein Grund sich auch ein wenig mit dieser schönen Stadt zu beschäftigen. Helsinki ist gleichzeitig die größte Stadt Finnlands. In der Stadt und nahen Umgebung wohnen etwa 1,233 Millionen Einwohner, was gut ein Viertel der Gesamtbevölkerung Finnlands ausmacht.
Die Stadt ist offiziell zweisprachig, da sie 6,2 % schwedischsprachige Einwohner hat. Die weiße Stadt liegt in Südfinnland gegenüber der estnischen Hauptstadt Tallinn und erstreckt sich die über Festland und mehrere Inseln. Die Stadt hat eine Fläche von 686 km², wovon 186 km² Land ist.
Helsinki wurde 1550 auf Befehl des Königs von Schweden Gustav I. Wasa gegründet, um einen Konkurrenzhafen zum von Russland beherrschten Reval (Tallin) zu schaffen. Das Gebiet des ursprünglichen Helsinki wird heute Vanhakaupunki („Altstadt“) genannt, auch wenn sich von den damaligen Bauten praktisch nichts erhalten hat. Seit 1918 ist Helsinki Hauptstadt der unabhängigen Republik Finnland.
Besuch in Tytyri
Am 21. Juni fuhren die Teilnehmer mit Bussen nach „Tytyri“ in Lohja, zum Forschungs- und Entwicklungszentrum von Kone, es ist ein Testlabor in einer umgebauten Kalksteinmiene. Die Miene bietet eine optimale Testumgebung unter der Erde. Tytyri ist der einzige Schacht der Welt in dem Aufzüge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 17 m/s getestet werden können. Eine ausgedehnte Forschungs- und Entwicklungsanlage erstreckt sich bis zu 333 m tief unter der Erde.

Zwei Testschächte ermöglichen den Ingenieuren genaue Untersuchungen an Antrieb, Steuerung und Fahrkomfort, am Einfluss des Luftdrucks, der Montagemethode und der Sicherheit. Da der Testschacht in einem Felsgestein eingebettet ist, sind die Tests von äußeren Faktoren unabhängig und können kontinuierlich durchgeführt werden.
Weitergehende Aufzugsforschungen finden im unterirdischen Zentrum mit einem Netz von Schächten und Tunnels statt. Die gesamte Forschung und Entwicklung dehnt sich in dem Minenlabyrinth aus - lediglich zwei Gebäude befinden sich an der Erdoberfläche. In diesem Tunnelsystem können sogar die benötigten Montageteile per LKW angeliefert werden.

Sämtliche Teilnehmer wurden bei Ankunft in kleine Gruppen aufgeteilt und mit wärmenden Jacken sowie Schutzhelmen ausgestattet. Die Führung war hervorragend organisiert, so bekam jeder einen Zettel mit dem Namen seines Führers, damit er die Gruppe bzw. die Gruppe einzelne Teilnehmer nicht verlieren konnte. Die Notwendigkeit der Jacken und festem Schuhwerk wurde jedem Teilnehmer relativ schnell klar, in der Mine herrscht eine konstante Temperatur von 8 °C. In 333 m Tiefe kam dann noch eine gewisse Feuchtigkeit hinzu. Die Teilnehmer hatten zum Teil die Möglichkeit mit dem neuen Maxi Space den Weg in die Tiefe zu nehmen. Auf der Höhe von 110 Metern in der Tiefe befindet sich das Mienenmuseum Tytyri, hier kann man Maschinen der letzten Jahrzehnte betrachten und eine Höhle von ca. 100 m Tiefe und Höhe. Ein besonderes Highlight des Rundgangs war eine Musik- und Lichtshow in einer Höhle.
Nachdem alle Teilnehmer wieder an der Oberfläche angekommen waren spazierte oder fuhr man zum nahe liegenden Lohja-See, an dem in idyllischer Lage ein großes Zelt aufgebaut war. Hier waren die Kongressteilnehmer vom Kone CEO Antti Herlin zu einem finnischen Mittsommerabend eingeladen.
Fast jeder der Anwesenden genoss zunächst einmal diesen Anblick oder spazierte zur oberirdischen Grube, der Kalksteinmine.

Im Anschluss an das fantastische Dinner ehrte die IAEE einige Mitglieder, sowie die Teilnehmer des Auswahlgremiums die diesen hervorragenden Kongress geformt haben, indem sie die Vorträge im Vorfeld auswählen mussten. Joseph Stier dankte nochmals den finnischen Kontaktleuten Johannes de Jong und Kristian Rame, mit denen er in den Monaten zuvor diesen Event organisiert hat.
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